HERZSIEGERIN-Thema: Mich selbst zu loben und selbstbewusst zu präsentieren, ist doch ziemlich arrogant, oder?

Herzsiegerin Livesession

Nein, ist es nicht!

Schlicht und ergreifend.

Damit könnte dieser Blogartikel zu diesem Thema unseres HERZSIEGERIN-Programms eigentlich schon zuende sein, denn zu dieser Frage ist damit alles gesagt.
Mein persönlicher Weg zu dieser unmissverständlichen Antwort war jedoch alles andere als schnell, glatt und einfach. Wie die meisten Frauen habe ich mich auch lange Zeit mit demontierenden Glaubenssätzen rumgeschlagen. Mit der Überzeugung, dass ich mein Licht stets unter den Scheffel stellen müsste, um nicht negativ durch das, was ich gut gemacht hatte, aufzufallen. Schon allein in diesem Satz wird der ganze Irrsinn dieser Einstellung sichtbar, oder?
Durch viel Reflexion, Coachingarbeit und das konstruktive positive Bearbeiten meiner inneren Muster konnte ich mir schließlich erlauben, für meine gute Leistungen einzustehen, sie selbstbewusst zu zeigen und Lob entgegenzunehmen. Und zwar ohne Anderen dadurch etwas wegzunehmen, sondern stets mit der Absicht, mein Wissen zu teilen, mich auch von anderen inspirieren zu lassen und sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Ich war und bin davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist.
Dass insbesondere Frauen diesbezüglich anderer Meinung sind, habe ich vor einigen Jahren auf einer psychologischen Fortbildung erfahren dürfen:
Nach einer Praxisübung wurde ich vom Seminarleiter im Plenum für meine gute Prozessführung gelobt. Meine Antwort war: Vielen Dank, darüber freue ich mich. Ich hatte auch den Eindruck, dass der Prozess gut im Flow war.“ So weit, so skandalös. Kaum hatte ich das gesagt, bemerkte ich, dass einige Kolleginnen nervös wurden bzw. die Energie im Raum sich negativ aus manchen Richtungen auflud. In der Kaffeepause ging ich auf die Toilette und während ich in der Kabine war, hörte ich, wie sich eine „Kollegin“ im Vorraum gegenüber einer anderen Teilnehmerin über mich beschwerte. Es sei „unmöglich gewesen, wie arrogant ich mich selbst gelobt hätte und damit alle anderen als „blöd“ hingestellt hätte. Davon abgesehen sei es ja außerdem klar gewesen, dass ausgerechnet ich vom Seminarleiter gelobt worden wäre, da ich den ja sowieso die ganze Zeit schon so offensiv angelächelt hätte und mich offensichtlich „ranmachen“ wollte. Sie könne jedenfalls über so ein illoyales Verhalten nur den Kopf schütteln und würde mich für den Rest des Seminars auf jeden Fall meiden, denn so ein billiges Verhalten habe sie nicht nötig!

In diesen Sprüchen offenbart sich die ganze Misere des Verhältnisses von Frauen zu den Themen Selbstbewusstsein, dem Wert der eigenen Leistung und Fähigkeiten, Loyalität untereinander und aggressiver Ausgrenzung statt offenem Austausch und gegenseitiger Inspiration.

Ich saß in meiner Kabine, war traurig, schockiert, wütend, fassungslos – alles auf einmal.
Vor einigen Jahren hätte ich mich still und leise wieder auf meinen Platz gesetzt und diese Episode ignoriert. Aber ich hatte dazu gelernt.
Ich verließ also meine Kabine, passte die Dame ab und konfrontierte sie höflich, aber unmissverständlich mit dem, was ich vernommen hatte und bat um eine Erklärung, was genau sie zu diesen harten Aussagen veranlasst habe, wo und wann genau ersichtlich gewesen sei, dass ich es auf den Seminarleiter abgesehen hätte, und wie ich mich ihrer Meinung nach hätte verhalten sollen, um mich als loyales Mitglied der Seminargruppe erkennen zu geben.
Ich bekam einen tiefroten Kopf, einen gesenkten Blick und ein nervöses Gestammel zur Antwort, aus dem ich ungefähr Folgendes entnehmen konnte: Es wäre „anständig“ gewesen, das Lob abzulehnen, da nur ich in diesem Maße gelobt worden sei und sich „alle anderen“ dadurch blöd vorkommen würden. Schließlich würden hier alle noch lernen, und meine „Vorstellung“ wäre arrogant gewesen. Eigenlob würde stinken und „gehöre sich nicht“. Mein Lächeln wäre ebenfalls unangebracht, da es schließlich eine Schulung und kein „Date“ sei. Klar sei aber, dass ich damit aus der Gruppe ausgeschert sei und mit dem Seminarleiter „gemeinsame Sache“ mache.
Ich kommentierte diesen (meiner Meinung nach) Schwachsinn nicht weiter, dankte ihr für ihre Meinung und gab ihr den gutgemeinten Tipp, sich nochmal vertieft mit dem spannenden Thema der Projektion (der Wahrnehmung eigener Anteile im Gegenüber) vertraut zu machen – schließlich war das ja eine Schulung, wie sie mir gerade beigebracht hatte, und wir waren zum Lernen und nicht zum Spaß hier und natürlich auch nicht zu daten, was ja anscheinend unbewusst meine Intention gewesen war.

Es war wirklich eine komisch-tragische Situation. Komisch, weil so viele Klischees zum Tragen kamen und ich mich erstmal kneifen musste, dass das gerade wirklich passierte. Und tragisch, weil es PASSIERTE! Weil diese Dame auf wirklich tragische Weise (und das meine ich nicht arrogant sondern ehrlich mitfühlend) Einblicke in die Welt ihrer negativen und selbstzerstörerischen Glaubenssätze gab und zeigte, wie gespalten, wie destruktiv, ja grausam häufig das Verhältnis von Frauen zu ihrem Erfolg, ihrer Leistung, ihrem Verhalten und ihrer Beziehung untereinander ist. Wie viele Zweifel, Aggression, Angst und Stutenbissigkeit vorhanden sind, wo eigentlich gegenseitige Unterstützung, Freundschaft, Wachstum, Inspiration und Selbstvertrauen den Ton angeben sollten.
Ich habe diesen destruktiven Zirkel verlassen. Ich liebe es, andere Menschen ehrlich zu loben und zu ermutigen. Und ich werde gern gelobt und ermutigt, habe aber auch kein Problem damit, mich wertschätzend-kritisch zu hinterfragen und ständig dazu zu lernen – gern auch mit anderen, die meine Haltung teilen. Und da mache ich zwischen Männern und Frauen keinerlei Unterschied. Unsere Individualität zu feiern, zu verbinden und gemeinsam zu wachsen – das ist meine Intention und meine Einstellung. Und damit komme ich sehr gut durchs Leben.
Natürlich entscheidet jede Frau selbst, wie sie das handhaben möchte. Peggy und ich von HERZSIEGERIN möchten Euch aber alle ermutigen, keine Energie mehr in diese Selbstdemontage zu verschwenden und Euch rauf auf Eure individuelle Bühne zu trauen, ganz egal, wie diese aussieht.

Dabei unterstützen wir Euch in unserem Impulsgespräch, ggf. in Einzelcoachings und natürlich auch in unserer großen Livesession!

Wir freuen uns auf Euch!

Foto: Quang Nguyen/ pexels.com

HERZSIEGERIN-Thema: Darf ich das?

Herzsiegerin_Ich_Darf

DARF ICH DAS?
Auch diese Frage, dieser Zweifel, diese Bremse, die große Pläne ganz schnell ganz klein werden lässt, begegnet Peggy und mir immer wieder in unseren Coachings mit Klientinnen, die so unglaublich viel können und sich häufig so wenig erlauben. Deshalb wollten wir dieses Thema unbedingt in HERZSIEGERIN, unser Empowerment Programm für Frauen integrieren. Warum glauben gerade wir Frauen häufig, dass wir die Erfüllung unserer Pläne und Wünsche abhängig machen müssen von der Erlaubnis Anderer? Dass die Bedürfnisse anderer Menschen ganz selbstverständlich wichtiger sind als unsere eigenen und wir uns unterzuordnen haben? Dass wir aus irgendwelchen Gründen glauben, keinen Erfolg, keine Veränderung, keinen Beifall zu verdienen, weil es irgendjemandem nicht passen könnte? Warum nehmen wir uns selbst oft so wenig wichtig und erhöhen die Bedeutung anderer Meinungen und Interessen im Gegenzug umso mehr? Und wieso assoziieren wir häufig, dass es egoistisch, arrogant ja vielleicht sogar assozial ist, wenn wir einfach mal tun, was WIR wollen und worauf WIR Lust haben, ohne uns davor x-mal zu versichern, dass wir auch bloß niemandem damit auf den Schlips treten?
Die eigenen Interessen und Wünsche zu vertreten und praktisch umzusetzen, wird bei und von Frauen häufig automatisch gleichgesetzt mit krassem Eigennutz, mangelnder Empathie und fehlendem Verantwortungsgefühl. Die großen Stärken, die Frauen häufig besitzen, nämlich Einfühlungsvermögen und Fürsorge werden auf diese Weise kontraproduktiv instrumentalisiert. Entweder von Dritten, um uns zu manipulieren und zu verhindern, dass wir aus der für Andere bequemen Komfortzone auszubrechen. Oder mehr oder weniger bewusst von Frauen selbst, um die Angst vor der eigenen Courage zu vertuschen und letztlich alles so zu lassen, wie es ist, um Konflikte und Auseinandersetzungen zu vermeiden.
Es geht hier aber nicht darum zu lernen, rücksichtslos immer die eigenen Interessen durchzudrücken, es geht um eine gesunde Selbstfürsorge und die Erlaubnis, sich selbst weiterentwickeln, auszuprobieren, zu scheitern und in den Fokus rücken zu dürfen. Unsere eigenen Erfahrungen machen zu können und (Gott bewahre) einfach mal etwas nur für uns zu tun.
Und gerade hiervor haben so viele tolle Frauen Angst. Vielleicht Angst vor negativer Resonanz, Liebensentzug, davor, den eigenen Ansprüchen nicht zu genügen, etwas zu versprechen, dass sie glauben, nicht halten zu können und deshalb als Hochstaplerin entlarvt zu werden. Und bevor diese scheinbar realen schlimmen Szenarien eintreten, nehmen Sie lieber Abstand von ihren „verrückten“ Plänen, vor der Veränderung, die sie sich insgeheim wünschen, von dem Freiraum, den sie so sehr verdienen. Lieber alles beim Alten lassen, bevor jemand böse ist, oder das Horrorszenario des (scheinbaren) Versagens eintritt. Ging bis jetzt ja auch irgendwie, oder?
Wieviel Potenzial könnte sich entfalten, wie viel Neues probiert werden, wieviel positive Veränderung in Gang gesetzt werden, wenn wir uns häufiger erlauben würden, einfach zu machen, statt schüchtern zurückzutreten? Wenn wir unserem ewigen Perfektionismus, der Versagensangst und der Furcht vor Konfrontationen abschwören und vertrauen auf unsere Kraft, unsere Fähigkeiten und unsere Improvisationsgabe?
Genau hier setzen wir in unserer Livesession an und gehen mit Euch in die Tiefe.
Was hält uns ab, was möchten wir behalten, was abgeben, und wie schaffen wir den Spagat zwischen Fremd- und Eigenfürsorge. Und wie geben wir uns selbst die nötige Portion Selbstvertrauen, um aus vollem Herzen sagen zu können: ICH DARF!
Wir freuen uns sehr auf unsere Livesession mit Euch!
Den Link dazu findest Du hier!

Foto: mantashesthaven/ www.pexels.com