ALLES NEU BITTE!?

DIE MAGIE DES 1. JANUAR

Es ist da! Das neue Jahr hat begonnen, und alle Jahre wieder legt sich der von Hermann Hesse so schön beschriebene Zauber des Anfangs über uns.Werden sich unsere Wünsche und Hoffnungen erfüllen? Was wird uns dieses Jahr erwarten?

Flirrende Energie, Abenteuerlust, Hoffnung, vielleicht auch Angst und Zweifel – die Jahreswende hat jede Menge Gefühle und Gedanken im Gepäck. Wird es diesmal endlich klappen mit der Partnerschaft, der Beförderung, ein paar Kilos weniger? Werden wir es diesmal schaffen, wirklich regelmäßig Sport zu machen, weniger zu trinken, mehr an die frische Luft zu gehen und einfach mal mehr an uns zu denken? Die berühmte Liste der guten Vorsätze ist oft lang, unser Durchhaltevermögen dauert oft nicht länger als das Überwinden des Silvesterkaters. Und dabei haben wir doch so viel vor für 2018! Der 1. Januar eignet sich einfach perfekt, um uns für das vor uns liegende Jahr ein neues, besseres Leben auszumalen, in welchem wir unsere Ziele erreichen und unsere bessere Version des Vorjahres werden.
Doch egal, welches Datum der Kalender schreibt: Warum fällt es uns oft so schwer, diese Ziele durchzuhalten? Warum wird unsere Motivation so schnell übertönt von den immer gleichen Stimmen der Bequemlichkeit?

„So schlimm ist es doch gar nicht“, „bis jetzt hat das ja auch immer irgendwie geklappt“, „könnte noch schlimmer sein – warum etwas verändern“? „Das ist doch alles viel zu anstrengend!“
Diese Stimmen haben uns meist fest im Griff, und das ist schade. Denn sie verhindern oft genau die Bewegung und Veränderung, die wir bräuchten, um das vor uns liegende Jahr zu einem Besonderen zu machen.

DIE KRAFT DER VISION

Möglich, dass wir uns manchmal zu hohe Ziele stecken, deren Erreichbarkeit von vornherein in Frage steht. Wenn wir uns vornehmen, gleich einen Marathon zu laufen, kann uns das von vornherein entmutigen und Angst machen. Dieser „Berg“, der vor uns liegt, erscheint unüberwindbar, der Frust ist vorprogrammiert, der Misserfolg im Kopf bereits beschlossene Sache. Erstmal mit 10 km anzufangen, wäre motivierender und schneller, oder?

Realistische und erreichbare Ziele werden greifbar, auch wenn Sie nach außen manchmal klein erscheinen mögen. In unserer Optimierungs- und Perfektionsfokussierten Gesellschaft werden wir dafür manchmal belächelt. „Think big“ ist die Devise, alles andere ist was für Weicheier. Aber bringt uns dieser Status- und Leistungsdruck wirklich ans Ziel? Überambitionierte, irreale Ziele und Vorsätze verwandeln sich in Druck und Belastung.
Für uns passende Ziele werden zu einer Vision, die uns in die richtige Richtung zieht. Vielleicht hat Hermann Hesse auch diese visionäre Kraft des Anfangs mit Zauber gemeint?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Kraft einer individuell passenden Vision kann Berge versetzen und uns am Ende weiter bringen, als wir es je für möglich gehalten hätten. Eine sinnvolle Planung und konkrete Teilschritte geben der Vision anschließend die passende Form.

WER IST DAGEGEN?

Aber auch wenn wir ein für uns machbares Ziel gefunden haben und die Planung grds. steht: Unsere inneren Kritiker und Faulenzer leisten oft ganze Arbeit, uns dennoch vom Kurs abzubringen. Wir sind zu müde, zu bequem, haben einfach keine Lust oder glauben unbewusst weder an uns, noch daran, dass wir ein kleines bisschen Glück verdient haben. Spätestens im Februar bekommen wir meistens wieder die geballte Kraft des inneren Schweinehunds zu spüren.

Warum sollte es diesmal anders werden als im letzten Jahr?

Oft ist uns gar nicht klar, wie viele blockierende Glaubenssätze wir in uns tragen und wie oft wir uns selbst demontieren. Wie viele unterdrückte Sehnsüchte und Bedürfnisse in uns lebendig sind und konstant von und vor uns versteckt werden.
Wenn wir diese negativen inneren Programme jedoch ansehen und positiv bearbeiten, wenn wir uns unseren Sehnsüchten ehrlich stellen, dann wird Veränderung wirklich möglich. Dazu gehört jedoch, dass wir mutig genug sind, uns wirklich kennen zu lernen und auch das anzuschauen, was wir gern vor uns und anderen verbergen.

DER EINZIG WAHRE VORSATZ

Meiner Meinung nach ist der einzig wahre gute Vorsatz, den wir haben sollten: Sei ehrlich zu Dir selbst, nimm Dich selbst wertschätzend an, und sei mutig, Deine eigene Vision zu entwickeln und zu verfolgen.
Vielleicht muss gar nicht alles komplett neu werden. Wenn wir uns trauen, uns selbst gegenüber ehrlich zu sein und herausfinden, was wir wirklich wollen, werden wir mehr Potenzial für positive Veränderung erkennen, als wir es heute für möglich halten.
Wenn wir uns selbst wertschätzen und wichtig nehmen, werden wir dieses Jahr unglaublich viele Ressourcen erkennen und nutzen können.

Da kann keine 0815-Liste guter Vorsätze mithalten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für das Neue Jahr und unterstütze Sie dabei, dass 2018 für Sie ein ganz besonderes Jahr wird!

 

Bildnachweis: Kirsten Schmiegelt

 

DIE BASIS GUTER FÜHRUNG: WERTSCHÄTZUNG IM UNTERNEHMEN

KEIN AUFWAND – RIESIGE WIRKUNG!

Wohl jeder von uns hat als kleines Kind beigebracht bekommen, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Und auch, wenn uns der Sinn und die Wirkung dieser beiden Wörter in jüngsten Jahren wahrscheinlich wenig klar waren (und uns vielleicht sogar als lästiger Umweg zum gewünschten Ziel erschienen), haben wir gelernt, dass uns diese beiden Wörter das Leben ein bisschen leichter machen.
Frei nach dem Kategorischen Imperativ sollten wir unser eigenes Handeln so gestalten, dass wir es als allgemeines Gesetz akzeptieren könnten. Wir haben hoffentlich alle die Erfahrung gemacht, dass wir andere nett behandeln sollten, wenn wir möchten, dass mit uns ebenfalls freundlich umgegangen wird.
Und der Umgang fängt mit Kommunikation an. Diese kann sowohl verbal- als auch non-verbal erfolgen.

Der Ton macht die Musik

Ein freundliches Lächeln öffnet Türen, ein mürrisch-verkniffenes Gesicht öffnet nicht nur keine Türen, sondern kann diese sogar dauerhaft verschließen. Mimik und Gestik sind unumstritten umgangsbestimmende nonverbale Kommunikations-Faktoren, welche manchmal bewusst und oft unbewusst eingesetzt werden – manchmal mit gewünschtem und oft auch mit kontraproduktivem Ausgang.
Kontraproduktiv, weil unsere Mimik und Gestik ein Teil von uns sind, den wir nicht immer vollständig kontrollieren können. Reflexmäßig gucken wir vielleicht genervt, wenn uns ein Kollege immer wieder denselben Vortrag hält – und dieser fühlt sich dann (zu Recht) respektlos behandelt und wird in der Mittagspause sicher nicht neben uns sitzen wollen. Wir sind keine Roboter – und Kommunikations-Faux-pas sind menschlich und grundsätzlich verzeihbar.
Aber sie sind nicht nur verzeihbar, sondern oft auch vermeidbar!
Besonders bei der verbalen Kommunikation gibt es ein paar einfache Grundregeln, die leider in vielen Unternehmen und anderen Sozialgefügen konstant missachtet werden.

„Bitte“ und „Danke“ sind Zauberwörter

„Das ist doch wirklich völlig banal!“, mag der ein oder andere nun denken. Und: „Das weiß doch wirklich jeder!“
Wir alle wissen, dass diese beiden kleinen Wörter nicht nur zum guten Ton gehören und auf eine zivilisierte Herkunft schließen lassen. Wir erfahren auch täglich, dass unsere Sympathie beim Gegenüber steigt, wenn wir uns die Zeit nehmen, höflich zu bitten anstatt zu fordern, und wenn wir uns aufrichtig bedanken, anstatt wortlos mit dem Gewünschten von dannen zu ziehen.
Es ist wirklich banal. Und trotzdem wird bereits dieser kleinste Nenner wertschätzender Kommunikation oft nicht erfüllt. Nicht im privaten Umfeld und leider erst Recht nicht in Unternehmen.

„Ich habe keine Zeit, ich bin im Stress.“

„Der weiß doch, dass ich das brauche, da muss ich nicht drum bitten.“

„Das gehört zu Ihren Aufgaben, da muss ich mich nicht immer wieder bedanken.“

Das sind Standardsätze, die fallen, wenn wir Kommunikations-Situationen und -Probleme analysieren. Und auch wenn diese „Argumente“ vielleicht einerseits vertretbar sind, so sind sie doch ein trauriges Signal für den aktuell herrschenden sozialen Umgang miteinander.
Wenn der kleinste Nenner, also die Basis wertschätzender Kommunikation bereits wackelt, wie soll darauf eine stabile Grundlage für die weitere Kommunikation und ein konstruktives Miteinander entstehen? Wie sollen Mitarbeiter langfristig motiviert bleiben und hinter ihrem Unternehmen stehen, wenn Sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit weder wahrgenommen noch wertgeschätzt wird?

Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis

Höflichkeit und Freundlichkeit sind weit mehr als ein Zeichen guter Erziehung. Sie signalisieren Wertschätzung. Und wertgeschätzt zu werden, ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Wir alle haben wohl schon selbst einmal erfahren, wie frustrierend es ist, in einer Gruppe zu sein, wo wir nicht gesehen und für das, was wir tun, nicht anerkannt werden. Dieser Frust lässt uns langsam aber sicher resignieren, wir fühlen uns nicht respektiert und stellen uns irgendwann die Sinn-Frage:

„Was hat das hier für einen Sinn, wenn es doch niemanden interessiert, was ich täglich leiste? Wenn ich statt eines freundlichen Wortes noch einen blöden Spruch reingedrückt bekomme oder gar nicht wahrgenommen werde? Wenn alles, was ich tue als selbstverständlich abgetan wird und ich weder gelobt noch gefördert werde?

Dieses Szenario ist in vielen Unternehmen leider traurige Wahrheit – die innere Kündigung, die fehlende Motivation der Mitarbeiter und zurückgehende Produktivität sind die logische Folge. Auf Dauer wirkt sich dies schädigend für das Unternehmen aus, auch wenn man ständig hört, dass heutzutage „jeder irgendwie ersetzbar“ ist.
Dabei kann es doch so einfach sein, durch ehrliche wertschätzende Kommunikation die Menschen zu würdigen und dauerhaft zu motivieren.

Kein Aufwand – riesige Wirkung

Es ist tatsächlich kein Aufwand, die absoluten Grundlagen wertschätzender Kommunikation täglich anzuwenden:
ein freundliches „Guten Morgen“, anstatt wortlos im Büro zu verschwinden,
ein ehrlich gemeintes Lob für eine abgeschlossene Arbeit,
eine anteilnehmende Frage, sofern bekannt ist, dass ein Kollege gerade vor einer besonderen Herausforderung steht,
einen Wunsch als Bitte und nicht als brachiale Forderung zu formulieren, und sich „sogar“ für ein Vergreifen im Ton entschuldigen zu können.
Die Liste dieser Kleinigkeiten lässt sich beliebig fortführen

Es bedarf weder eines perfekten Beherrschens der gewaltfreien Kommunikation, noch müssen sich alle Beteiligten ständig in den Armen liegen. Es sind wie so oft die kleinen Dinge, die, sofern sie konstant angewandt werden, eine dauerhafte positive Veränderung erreichen. Und die Wirkung dieser kleinen Veränderungen im Umgang miteinander ist bewiesenermaßen riesig: Es sind immer wiederkehrende kleine Zeichen der Wertschätzung, die jeden von uns aufbauen und uns das nötige Selbstvertrauen geben, uns weiter zu entwickeln und zu engagieren. Je mehr wir uns gegenseitig davon geben, desto mehr bekommt jeder einzelne von uns zurück.
Die Folge für das große Ganze: Je stärker und motiviert der Einzelne ist, desto besser entwickelt sich das ganze System, die Organisation oder das Unternehmen.

Sind das nicht ein paar wirklich gute Gründe dafür, das Thema Wertschätzung in Zukunft nicht nur theoretisch zu würdigen und wirkungsvoll auf der Website zu platzieren, sondern sinnvoll mit Leben zu füllen?

 

Bildnachweis: „Thank you“: Rhedee// flickr.com