Mein ambitioniertes Ziel für 2026: Mehr von weniger!

Neues Jahr 2026

Neues Jahr, neue Reise!

Schon wieder ist ein Jahr an mir vorüber gerannt wie Speedy Gonzales nach drei Litern Kaffee.
Es war ein turbulentes Jahr auf vielen Ebenen, manchmal auch ein verunsicherndes. Besonders, wenn wir auf die Welt im Ganzen schauen. Und diese Unsicherheit wird andauern. Vieles davon können wir vermutlich nicht selbst im Außen verändern. Unser Veränderungspotenzial liegt auch diesmal wieder in UNS. In unserer Haltung, unserer Offenheit, unserem Verhalten und der Wirkung, die wir in unserem Kreis erzielen. Unseren Entscheidungen, was wir künftig mehr oder weniger tun möchten.

Was habe ich aus 2025 für mich abgeleitet?

Für mich war 2025 ein gutes Jahr, für das ich sehr dankbar sein darf. Ich und meine Liebsten sind gesund geblieben und leben in Frieden. Ich durfte meine facettenreiche Arbeit in vielen unterschiedlichen Bereichen machen und viele Menschen lösungsorientiert unterstützen. Das gibt mir Sinn und Erfüllung. Und als mein persönliches Lebenselixier durfte ich auch dieses Jahr wieder viele wundervolle Reisen erleben und mich an der Gesellschaft guter und interessanter Menschen erfreuen. Ich bin geborgen, geliebt und gut aufgehoben.
Und ich bin mit mir selbst gut befreundet. Ich kann mir gut zureden, mich manchmal auch an den Ohren aus dem Sumpf ziehen, mich loben und mir auch mal in den Hintern treten. Ich bin ständig in der Entwicklung, lerne Neues und will mir den generellen Glauben das Gute bewahren – auch wenn das nicht immer einfach ist.

Glücklich, aber müde

Und doch habe ich bemerkt, dass ich 2025 oft ermüdet war.
Erschöpft und niedergeschlagen von der Flut an negativen Nachrichten, die auf mich einprasseln, sobald ich ein Gerät einschalte.
Überrollt von der Masse an Bullshit, den irgendwelche Influencer mir eintrichtern wollen, und die sich trotz aller Blockierungen doch immer wieder in den Newsfeed mogeln.
Genervt von bestimmten Themen, die zwar wichtig sein mögen, aber von Podcastern und Bloggern bis zum Erbrechen ausgeschlachtet werden. Der scheinbar selbstlosen guten Absicht diverser Anbieter, die letztlich von dem Geschäft mit der Angst kräftig profitieren wollen.
Spoiler Nr. 1: Frauen ab 40 dürfen durchaus auch andere Themen haben als die Menopause, auf die sie aktuell ständig reduziert werden.
Spoiler Nr. 2: Die Mitte des Lebens heißt nicht, dass wir automatisch fett, hässlich und unfuckable werden und diesem Abgrund nur entgehen, wenn wir unser gesamtes Vermögen in diverse „Verschönerungsmaßnahmen“ investieren. Dieses genüsslich inszenierte Drama geht mir auf die Nerven und es wundert mich, wie viele Menschen auf diesen Geisterzug aufspringen.

Ich bin müde von der Masse an (wertlosen) Informationen, die mich überflutet, von Kontaktanfragen auf Businessplattformen von Menschen, die ich niemals kennenlernen werde und die mir im immer selben Buzzword-Slang irgendwas „Tolles“ verkaufen wollen.
Ich bin erschlagen von dem Überkonsum, der ständig angepriesen wird. Von der Dekadenz und Oberflächlichkeit, den diese Konsumgesellschaft predigt und dem damit verbundenen Werteverfall. Davon, dass Menschen gefeiert werden, die sich eher durch diverses Fehlverhalten als durch wertvolle Verdienste auszeichnen.
Ich bin schockiert von der Verrohung vieler Menschen, den feigen Hassattacken im Netz, der ständigen Spaltung und Aggression. Angewidert davon, dass Fake und Lüge mittlerweile vollkommen salonfähig zu sein scheint und es für einige keinerlei Grenze des Anstands mehr zu geben scheint. Von den Menschen, die schwere Unfälle lieber filmen und ins Netz stellen als zu helfen. Da fehlen mir die Worte und kommen die Tränen.
Ich bin traurig über die Tatsache, dass so viele Menschen anonyme Likes als Gradmesser des eigenen Werts ansehen und keine echte Nähe mehr wagen.
Und manchmal bin ich auch müde von der Masse an Projekten, die ich alle gleichzeitig stemmen will und manchmal auch muss. Auch das ist bisweilen einfach zu viel. Ich weiß das – und manchmal gelingt es mir nicht, das richtige Maß zu halten, auch wenn ich am Ende immer alles irgendwie schaffe.

Und was jetzt?

Deshalb möchte ich für 2026 von vielem weniger haben, um mehr Raum für mich zu schaffen.
Weniger Ablenkung, dafür mehr Fokus und Struktur.
Weniger Lärm und mehr Stille.
Weniger Schreibtisch, dafür mehr Natur.
Etwas weniger To-Do-Listen und mehr Flexibilität.
Weniger Druck, dafür mehr innere Freiheit.
Weniger Nachrichtenkonsum und stattdessen mehr Zuversicht.
Noch weniger Gefälligkeit und stetig mehr gesunde Abgrenzung.
Weiterhin weg von der Oberflächlichkeit und noch mehr hin zu Tiefgang.
Noch weniger beeinflussen lassen und noch mehr Selbstwirksamkeit entwickeln.
Weniger Ballast und mehr Entlastung.

2026 soll für mich im Zeichen der Entfaltung stehen. Der zuversichtlichen und dankbaren Neuausrichtung in der Mitte des Lebens. Der Entdeckung weiterer Talente und Möglichkeiten.
Dem Ergreifen von Chancen. Dem Ernten der Früchte und dem Sähen ganz neuer Ideen. Der Neugierde und der Dankbarkeit.
Und dazu gehört auch, die Komponenten loszuwerden, die nicht mehr passen. Aktiv ausmisten, was früher seinen Dienst erfüllt hat und jetzt gehen darf. Die Nostalgie zu schätzen, aber ihr nicht ständig zu gehorchen.
Es darf ein Jahr der Selbstwerdung werden, des Erblühens – und hoffentlich ein Jahr, in welchem ich meinen kleinen Beitrag dazu leisten kann, Menschen etwas glücklicher und die Welt damit ein wenig besser zu machen.

Ein Jahr meines eigenen Weges und der Begleitung Anderer. Des Innehaltens und mutig Vorangehens. Eine weitere Etappe meiner besonderen Reise.

Was soll Dein Jahr 2026 Dir bringen?

Happy New Year!

Foto: Kirsten Schmiegelt

Im Gespräch #43: Stabile Lösungen auf Augenhöhe durch Mediation

Lösungen finden durch Mediation

Es ist mal wieder Zeit für eine neue Folge meines Podcasts und ein tolles Gespräch!
Und genau das durfte ich mit Katrin Wehner führen. Katrin ist Coach und Mediatorin in Frankfurt und begleitet ihre KlientInnen auf dem Weg zu tragfähigen Lösungen in deren jeweiliger Konfliktsituation.
Vertraulich, eigenverantwortlich sowie beziehungsschonend – und ohne zeit- und kostenaufwändige Konfrontation vor Gericht.

Hier ist jede Menge Lösungsbereitschaft, Offenheit, Empathie, Moderationsfähigkeit und natürlich echtes Interesse am Menschen gefragt. Es geht darum, Menschen wieder in Verbindung zu bringen und aus der eventuellen Spaltung rauszuführen, um den Boden für tragfähige und dauerhafte Lösungen zu bereiten.
Wie ihr das gelingt und welche Haltung dabei entscheidend ist, zeigt Katrin uns in unserem facettenreichen, heiteren Gespräch.

Und als kleiner Fun-Fact: Es kann sein, dass ich bisweilen aus Versehen Meditation statt Mediation sage. Aber Ihr wisst ja, was ich meine – und niemand ist perfekt! 🙂

Hier geht es direkt zur aktuellen Folge!

Alles Infos zu Katrin findest Du hier!
Mehr von mir findest Du auf meiner Homepage.

What’s MY story? Individuelles und lösungsorientiertes Storytelling im Coaching

What's my Story

Martin: „Ich habe eben kein Glück“.

Tina: „Prüfungen sind definitiv nicht mein Ding, da ist mein Scheitern schon vorprogrammiert“.

Roberto: „Ich kann keine Beziehung aufrechterhalten, ich bin einfach ein zu großer Freak“.

Helene: „Das große Stück vom Kuchen kriegen halt immer die Anderen“.

Nein, das ist kein Aufruf zur Wahl der wirksamsten Selbstdemontage. Es ist auch keine Ermutigung zum Belächeln derartiger „Schwächling-Affirmationen“, die unserer egoorientierten High-Performer-Gesellschaft widersprechen und deshalb hinter glitzernden Insta-Posts krampfhaft geleugnet werden. Es ist kein Martin, Tina, Roberto, Helene, wie auch immer wir sie nennen möchten, Bashing.
Es ist vielmehr eine wertschätzende Aufforderung zum Beleuchten der Geschichten, die wir uns – vielleicht täglich und möglicherweise seit langer Zeit – über uns selbst erzählen. In meinem letzten Blogartikel habe ich bereits ausführlich über die Kraft von starken Geschichten und Bildern geschrieben, die uns ermöglichen, klar auf den Punkt zu kommen und unser Gegenüber emotional und andauernd zu erreichen. Hier und heute geht es um die Stories, mit denen wir uns selbst versorgen. Bewusst oder unbewusst – aber immer mit großer Wirkung.

Wer bin ich?

Wir definieren unser Ich als soziale Wesen einerseits über die Interaktion mit Anderen, über die Resonanz, die wir im Außen erzeugen und bekommen. Über die Wirkung, die wir erzielen. Über unsere Erfahrungen, die uns für die Zukunft lernen lassen, sei es in konstruktiver oder destruktiver Weise. Und auf der anderen Seite definieren wir uns von Innen über die Bilder, die wir von uns malen und zu einer Geschichte über uns selbst zusammenfügen.
Wir alle sind geborene kreative Storyteller und Kreativität hat viele Gesichter. Ihnen gemein ist, dass durch Kreativität etwas erschaffen wird. Egal, welche Geschichte wir uns über uns erzählen, wir erschaffen damit etwas, nämlich unser Selbstbild – und dieses wiederum wird nach Entsprechung im Außen suchen. Wir erschaffen unsere Realität im Außen durch unsere innere Wirklichkeit. Das ist natürlich nichts Neues. Das haben wir schon etliche Male mit viel Konfetti und Hashtags verziert auf den sozialen Netzwerken gelesen. Kann man schon nicht mehr hören, oder?

Wahr ist es trotzdem.

Unsere Geschichte entsteht jeden Tag neu, entwickelt sich weiter, stagniert vielleicht bisweilen und nimmt dann wieder Fahrt auf. Sie ist ständig präsent. In dem Moment, wo wir morgens die Augen aufschlagen, nimmt unsere selbstkonstruierte Geschichte ihren Lauf: Wir erzählen uns, wie wir uns fühlen, ob wir Lust auf den Tag haben, was uns Bauchschmerzen bereitet, worauf wir hoffen, welche Herausforderungen und Aufgaben auf uns warten, an denen wir vielleicht scheitern werden. Das Date am Abend, auf das wir uns einerseits freuen und gleichzeitig schon die Angst vor Zurückweisung in uns hochkriechen spüren wie eine giftige Raupe. Martin von oben wartet auf die Rückmeldung zu einer Bewerbung und erzählt sich beim Gang zum Briefkasten vermutlich, dass es sowieso nicht klappen wird, in der Illusion, mit dieser Geschichte besser auf die Enttäuschung vorbereitet zu sein. Weniger verwundbar zu sein.
Tina hat nur noch wenige Wochen bis zum großen Staatsexamen und merkt gar nicht mehr, dass sie die Möglichkeit des Scheiterns jeden Tag ganz selbstverständlich durch ständiges Wiederholen von früh bis spät zum Teil ihrer Identität hat werden lassen und genau darauf hinsteuert.
Roberto findet das Alleinsein trotz aller vordergründiger Leugnung gar nicht mehr so spannend, aber eine negative verletzende Beziehungserfahrung in der Vergangenheit hat ihn dazu gebracht, seine eigene Beziehungsstory zu verändern. Es ist halt nicht beziehungsfähig, ist ein merkwürdiger Freak. Und diese Geschichte lässt er regelmäßig durch belanglose Dates ohne Perspektive wahrwerden. Auch Helene steht sich unbewusst selbst im Weg. Von klein auf im Schatten ihres älteren Bruders stehend, wurde ihr nie viel zugetraut. Genügsamkeit war das Gebot ihrer Erziehung. Klar, dass der große Kuchen mit jeder Menge Füllung, Zuckerguss und Marzipanrosen nicht in der Geschichte Ihres Selbst vorkommt, oder?

Mal Dir ein Bild!

Durch unsere Geschichten versorgen wir uns täglich mit Bildern über uns und unser Leben. Mit diesen Bildern geht unser Gehirn sofort in Resonanz. Es erzeugt Gedanken und Gefühle, und diese werden zu unserer Realität, auch zu einer destruktiven. Wenn wir nicht aufmerksam beobachten, welche Bilder und Geschichten in uns aktiv sind, werden diese mit den entsprechenden Gedanken und Gefühlen zu einer Gewohnheit. Und diese übernimmt irgendwann die Kontrolle über uns. Wir werden selbst zu dieser Gewohnheit, ohne es zu merken. Von diesem oft destruktiven Autopiloten gesteuert, fügen wir uns in unser scheinbar unabänderliches Schicksal. Auch eine negative Komfortzone ist eine Komfortzone, und wir sind halt so, wie wir sind, oder?

Come to the dark side

Die Magie kraftvoller Stories besteht nicht nur darin, dass wir sie in uns selbst erschaffen. Darüber hinaus suchen wir nach Entsprechung unserer Geschichte im Außen, nach Bestätigung, dass unsere Story, die wir uns so kreativ selbst entworfen haben, der Wahrheit entspricht. Was wird wohl passieren, wenn Roberto bei seinem nächsten Date nach 5 Minuten erzählt, dass seine früheren Beziehungen daran scheiterten, dass er leider ein Freak sei? Sein Gegenüber wird sich vermutlich mithilfe einer fadenscheinigen Entschuldigung schnell wieder verabschieden. Und damit hat sich Roberto mal wieder bewiesen, dass seine Story stimmt. Ja ja, Storytelling hat eine magische Wirkung, leider auch in die schwarze Richtung.
Tina hat sich, bevor sie in ihrer Prüfung zum Stift greift, vermutlich nochmal nach allen Regeln der Kunst in den Dramamodus ihres Scheiterns reingesteigert – und die Chancen stehen gut, dass ihre Geschichte wahr wird.

Aber ist das wirklich das Ziel?

Dass wir uns am Ende auf die schmerzende Schulter klopfen, weil wir es geschafft haben, unser negatives Selbstbild durch eine entsprechende kraftvolle Story zu zementieren?
Natürlich nicht!
Und hier kommt mal wieder der Mehrwert von Coaching ins Spiel.
Coaching erweitert unseren Blick, lässt uns Zusammenhänge erkennen und individuelle Lösungsstrategien und Perspektiven entwickeln. Häufig sind wir so verstrickt in unsere eigenen kontraproduktiven Geschichten, dass wir sie gar nicht mehr wahrnehmen.
Storytelling ist eine Fähigkeit, die uns angeboren ist. Sie hilft uns, Situationen und Erfahrungen einzuordnen, in einen scheinbar sicheren Rahmen zu stellen, so dass unser Gefühl der Verunsicherung nachlässt und wir uns weniger verwundbar fühlen. Und leider gelingt es uns sehr oft viel leichter, uns in das worst-case-Szenario und eine dazu passende Dramageschichte rein zu steigern als es genau umgekehrt zu machen.
Warum ist es oft so schwer, unsere Geschichte vom großen Kuchenstück zu kreieren?
Von der Person, die uns so liebt, wie wir sind, von der erfolgreich bestandenen Prüfung? Warum empfinden wir vielleicht ein Störgefühl bei dem Gedanken, dass diesmal wir das vierblättrige Kleeblatt finden?

Coaching hilft

Es braucht Zeit und Mut, unseren eigenen negativ behafteten Stories auf die Schliche zu kommen. In unserer Alltagsroutine, unserem Stress und unserer Komfortzone tarnen sie sich häufig gut und wirken aus der Dunkelheit. Wenn wir sie ans Licht gezerrt haben, kann es zunächst schmerzhaft sein, sie und ihre Wirkung zu erkennen. Aber es geht nicht darum, zu versuchen, die Vergangenheit umzuschreiben, sondern darum für das Jetzt und für die Zukunft neue Geschichten zu entwerfen, alte Blockaden zu lösen und hinter uns zu lassen. Geschichten, die wir annehmen können und mit stetiger Übung, Disziplin (ja, die darf auch hier nicht fehlen) und Geduld in unser Selbst integrieren. Uns zu erlauben, best-case-Stories zu entwickeln, weil wir sie verdienen und unser Wert unantastbar ist.
Coaching kann uns dabei wunderbar unterstützen, empathisch begleiten und uns auf diesem lohnenswerten Pfad halten, wenn uns alte Gewohnheiten wieder ins dunkle Dickicht ziehen wollen. Coaching bietet uns den Sparringspartner, Lektor, das offene Ohr und die wertschätzende Kritik, die wir als AutorInnen unserer eigenen Geschichte brauchen. Und das Schöne ist: Es gibt bei dem Verfassen dieser Geschichte keine Deadline. Wir dürfen uns die Zeit nehmen, die wir brauchen, solange wir den Stift nicht wieder dauerhaft aus der Hand legen. Als Coach und Storytelling-Trainerin liebe ich es, diesen kreativen Prozess bei meinen KlientInnen zu unterstützen – genauso wie ich es liebe, meine eigenen Stories aufmerksam zu betrachten, die von mir gewünschte Richtung zu klären und meine Geschichten fokussiert zu gestalten.

An alle Martins, Tinas, Robertos und Helenes da draußen: Eure Stories haben die magische Kraft wahr zu werden. Also überlegt Euch gut, mit welchen Inhalten, Kernaussagen und Bildern ihr sie füllen möchtet. Es ist nie zu spät, Eure Geschichten zu verändern, aber auch niemals zu früh, neue zu schreiben.