PERSPEKTIVWECHSEL: UND DIE WELT WIRD GRÖßER

DER UMGEDREHTE ZEIGEFINGER

Inka ist stocksauer. Vor Wut rauchend sitzt sie Samstag in Frankfurt im Café mit Ihrer besten Freundin Hannah und lässt erstmal Dampf ab.
Ihr Freund Martin ist für das Wochenende mit seinen Freunden in die Berge gefahren, obwohl Inka das nicht wollte. Sie schreibt am Montag eine wichtige Klausur und hätte sich in den Tagen davor noch etwas mentale Unterstützung und ein paar Streicheleinheiten von Martin gewünscht, aber der unsensible Klotz haut einfach ab.
Dabei hätte er doch wissen müssen, was Inka eigentlich wollte, oder? Klar, er hat vor ein paar Wochen gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, und sie sagte: „Quatsch fahr Du nur.“ Aber eigentlich hätte Sie gern gesagt: „Ich fände es schön, wenn Du genau an diesem Wochenende bei mir bleibst.“ Das hat sie sich aber nicht getraut, sie wollte ja nicht als Spaßbremse dastehen.
Aber trotzdem: Wenn Martin sie wirklich lieben würde, dann wäre es nicht nötig gewesen, dass sie das sagt, oder? Dann hätte er das doch sowieso wissen müssen!
Jetzt ist Inka so sauer und verletzt, dass an fokussiertes Lernen kaum noch zu denken ist, sie wird die Klausur also wahrscheinlich auch noch verhauen – und an allem ist Martin schuld. Na toll! Da fragt man sich doch echt, ob es nicht besser wäre, Single zu bleiben, dann muss man so einen Mist nicht mitmachen, oder?
Hannah weiß erstmal nicht, was sie sagen soll, nachdem Inka 10 Minuten non-stop gewütet hat. Schließlich wirft sie zaghaft ein: „Aber wenn Du Martin gesagt hast, dass es ok ist, kannst Du ihm eigentlich keinen Vorwurf machen, oder?“
Das bringt Inka nun völlig auf die Palme: „Willst Du mich verarschen? Bist Du etwa auf seiner Seite?“
Damit ist die Idee eines gemütlichen Milchkaffee-Vormittags gescheitert.

Das Ende vom Lied ist, dass zwischen den beiden nun auch noch ein handfester Streit entflammt, so dass Hannah schließlich aufsteht und zum Abschluss Inka an den Kopf wirft: „Du siehst immer nur Dich, immer sind die Anderen schuld! Bloß, weil Du zu feige bist zu sagen, was Du wirklich willst!“
Das hat gesessen.

WO LIEGT DAS PROBLEM?

Inka schimpft, Inka ist sauer – und das darf sie sein. Sie spürt aber auch, dass Hannah den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ja, sie hätte sagen sollen, was sie wirklich wollte. Aber dazu fehlte ihr irgendwie der Mut. Deshalb sitzt sie jetzt hier allein und ist wütend auf die beiden Menschen, die ihr nahe stehen. Vielleicht auch ein bisschen auf sich selbst, aber das kann warten.
Trotzdem: Martin hätte das von selbst wissen sollen!

Aber wie hätte er das tun sollen, wenn Inka ihm explizit die Erlaubnis gibt, am Wochenende wegzufahren?

Aber für diese Frage ist Inka noch nicht bereit. Denn dann müsste sie ihr eigenes Verhalten überprüfen und vielleicht einlenken, und darauf hat sie keine Lust.
Also wird der Streit mit Martin vermutlich weitergehen, sobald er zurück ist, und mit Hannah ist erstmal Funkstille.
So wie Inka ist es uns sicher allen schon mal gegangen. Wir regen uns über eine Person oder Situation auf, sind vollkommen in unserer eigenen Wahrnehmung gefangen und wollen keine kritische Stimme gelten lassen. Denn das hieße, dass wir unser Verhalten ebenfalls in Frage stellen müssten, und ehrlich gesagt, sitzt es sich doch auf unserem hohen Ross ganz gut, oder?
Wir bleiben nur bei unserer Ansicht und blenden andere Meinungen und Perspektiven aus. Sollen sich doch die Anderen bewegen und einsehen, dass wir Recht haben!
Das hilft uns aber nicht weiter, um das Problem zu lösen und die Situation zu entspannen. Und genau hier setzt mein Coaching zur positiven Persönlichkeitsenwicklung an:

PERSPEKTIVENWECHSEL ERFORDERT MUT

Unsere eigene Sichtweise zu reflektieren und zu hinterfragen erfordert Mut, denn wir gehen das Risiko ein zu sehen, dass wir vielleicht doch nicht das Maß aller Dinge sind. Ein Perspektivenwechsel erfordert Empathie, die Fähigkeit sich in den anderen Part hinein zu versetzen, durch seine Augen zu sehen und unser Verhalten aus seiner Sicht wirken zu lassen.
Wir müssen den Zeigefinger, den wir gerade noch genüsslich auf den Anderen gerichtet haben, umdrehen.
Und wenn wir dann auf uns selbst deuten, kommen wir automatisch zu der Frage:
Was hat das mit mir zu tun? Was ist mein Anteil an dieser Situation?

Inka trägt für diese Eskalation Verantwortung. Vielleicht hätte Martin nochmal fragen können, vielleicht hätte Hannah sich etwas feinfühliger ausdrücken können, aber wenn Inka den Mut gehabt hätte, Martin die Wahrheit zu sagen, oder auf Hannahs Einwurf einzugehen, wäre alles ganz anders gelaufen. Vermutlich besser.
Aber das will sie noch nicht zulassen. Wenn sie ihren Anteil an der Situation erkennt, gerät sie vielleicht in die Defensive, und wer will das schon? Da beharrt sie lieber auf ihrem Standpunkt, redet sich ein, dass sie völlig im Recht ist. Martin ist ein Eisblock, Hannah eine dumme Kuh. Und das flaue Gefühl in der Magengegend wird einfach ignoriert.

So weit, so schlecht.

PERSPEKTIVENWECHSEL MACHT UNS GROß

Unseren Anteil an einer negativen Situation anzuerkennen ist oft nicht angenehm. Wir haben das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, haben vielleicht einen anderen Menschen verletzt oder eine unbefriedigende Leistung erbracht. Dafür Verantwortung zu übernehmen und die Positionen Anderer anzunehmen erfordert Größe.
Wir hinterfragen dann uns selbst, unsere Bewertungen und unseren Standpunkt, auf den wir uns bis jetzt gestützt haben. Diese Stütze kann nun wegbrechen, und was dann? Werden wir dann zum Opfer?

NEIN!

In dem Moment, wo wir uns unserer Verantwortung an einer Situation stellen, haben wir wieder die Möglichkeit, die Situation aktiv zu gestalten – und das macht uns viel größer als wir es in unserer Ankläger-Position waren. Das heißt nicht, dass wir die Position des Anderen bedingungslos annehmen müssen, aber wir haben den Sachverhalt nun von verschiedenen Perspektiven gesehen und reflektiert und können darauf aufbauen. Zu diesem Punkt zu gelangen, gelingt manchmal leicht. Bisweilen fällt es uns aber sehr schwer. Zu tief sind vielleicht zunächst erlittene Verletzungen, Enttäuschungen oder Diskrepanzen in unserem Wertesystem.
Sich der eigenen Verantwortung zu stellen, ist ein Prozess. Er kann anstrengend sein, aber er lohnt sich immer.

Inka hat nach einer großen Joggingrunde Hannah eine versöhnliche SMS geschrieben. Mit Martin dauerte die Versöhnung etwas länger, die dafür nötigen ehrlichen Gespräche haben die Beziehung stabilisiert letztlich neue Wege für ein gelungenes Miteinander geöffnet.

Wenn Sie ein Coachig zur Unterstützung bei Ihrem persönlichen Perspektivenwechsel benötigen: Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!

 

SO COACHE ICH!

LÖSUNGSFOKUSSIERTES COACHING NACH DER RAKETE-METHODE

Ein stabiles Werteverständnis und eine klare Positionierung sind für mich unverzichtbar, um authentisch zu bleiben und erfolgreich als Coach in Frankfurt zu arbeiten. Laufende Selbstreflektion spielt dabei eine wichtige Rolle. Und so habe ich mich besonders zu Beginn meiner Tätigkeit oft gefragt: „Was sind eigentlich die Säulen, die meine Arbeit als Coach tragen sollen? Was sind meine unumstößlichen Werte, auf denen mein Coaching basiert? Wie kann ich meine Klienten am sinnvollsten und erfolgreichsten unterstützen? Meine Maxime und meine Vision eines guten Coachings auf Augenhöhe in klare Worte zu fassen und laufend zu reflektieren, ist eine wertvolle Erfahrung, die mich sowohl näher zu mir als auch zu meinen Klienten und ihren Bedürfnissen geführt hat.

Meine Antwort auf die obigen Fragen lautet: Ich coache nach meiner RAKETE-Methode.

R steht für Respekt.

Dieser ist für mich die Basis jeder gelungenen zwischenmenschlichen Interaktion. Ich respektiere meine Klienten und ihre Welt bedingungslos (und sollte es wirklich mal ein Anliegen geben, dass ich selbst ethisch nicht vertreten kann, kommuniziere ich dieses klar und nehme von einer Zusammenarbeit Abstand). Respekt heißt für mich, jeden Gedanken und jede Emotion meiner Klienten an- und ernst zu nehmen.  Alles, was mir der Klient anvertraut, ist wertvoll und kann zielführend ins Coaching integriert werden. Meine eigenen Wertungen und Ansichten spielen im Coaching keinerlei Rolle. Fokus ist und bleibt der Klient.

A steht für Anregung.

Coaching ist ein konstruktiver, nach vorn gewandter Prozess. Lösungsfokussiert und zielorientiert. Meine Aufgabe als Coach ist, dem Klienten für die gewünschte Veränderung sinnvolle Impulse zu geben und ihn zu bestärken, seinen Weg der Veränderung aktiv und optimistisch zu gehen. Meine Anregungen, verschiedene Perspektiven einzunehmen, eingefahrene Muster zu durchbrechen und unterschiedliche Handlungsoptionen auszuprobieren, geben dem Coaching die nötige Dynamik für eine erfolgreiche Prozessgestaltung.

K steht für Kreativität

Jeder Mensch besitzt kreative Fähigkeiten. Als Kinder leben wir diese weitgehend unbehindert aus. Als Erwachsene verschiedenen Regeln unterworfen, geht uns die Kreativität oft verloren, so dass wir uns häufig im vielzitierten Hamsterrad wiederfinden. In meinen Coachings ermutige ich meine Klienten dazu, wieder mehr Zugang zu einem kreativen Umgang mit sich selbst und ihrer aktuellen Situation zu finden und das Hamsterrad zu durchbrechen. Wir entwickeln neue Strategien, um alte Gewohnheiten und Muster verändern. Dazu nutze ich mein breites Portfolio an Tools und Kompetenzen und helfe, den kreativen Blick über den Tellerrand zu wagen und die neuen Optionen sinnvoll zu nutzen.

E steht für Empathie.

Die Fähigkeit zur Empathie ist essentiell wichtig, um mich in meine Klienten und ihre jeweilige Situation einfühlen zu können. Dazu gehört auch meine Bereitschaft und der Mut, mich als Coach für die Gefühle und Wahrnehmungen meiner Klienten wertungsfrei zu öffnen. Nur mit diesem tiefen Verständnis und dem „Mitfühlen“ kann eine vertrauensvolle, wertschätzende Beziehung zwischen mir als Coach und meinen Klienten entstehen. Und diese Beziehung ist sowohl Grundlage als auch Voraussetzung für ein erfolgreiches Coaching. Der oben genannte Respekt vor den Gefühlen und der Geschichte meiner Klienten spielt auch hier eine entscheidende Rolle. Meine Klienten empathisch da abzuholen, wo sie aktuell stehen, dieses Stadium zu würdigen und gemeinsam im passenden Tempo vorwärts zu gehen, ist die Basis eines erfolgreichen Coaching-Prozesses.

T steht für Transparenz

Transparenz in der Arbeit mit meinen Klienten ist für mich selbstverständlich. Ein Coaching ist für mich keine Spielwiese, auf der ich mich munter am Klienten ausprobiere – dies wäre Kreativität im falschen Sinne! Ich erkläre stets den Sinn und das Ziel der von mir angewandten Methoden und mache den Coaching-Prozess erleb- und greifbar. Feedback und wertschätzende Kritik meiner Klienten sind für mich wertvolle Anregungen, mich laufend weiter zu entwickeln und als Coach stetig zu verbessern.

E steht für Ermutigung.

Jede Veränderung braucht Mut. Mut, Altes hinter sich zu lassen, und das Risiko auf sich zu nehmen, Neues zu wagen – manchmal ohne von vornherein zu wissen, wo genau dies hinführen wird. Diesen Mut aufzubringen, ist nicht immer leicht. Meine Aufgabe als Coach ist, meine Klienten für die gewünschte Veränderung zu stärken und die Voraussetzungen zu schaffen, den neuen Weg mit Mut und Zuversicht zu beschreiten. Hierbei arbeite ich unter anderem mit Ressourcen die beim Klienten bereits vorhanden sind, und unterstütze dabei, diese Ressourcen und Stärken wieder zu aktivieren und zielgerichtet zu nutzen. Meine bisherige Erfahrung gibt mir Recht, dass diese sechs Säulen, die ich für mich gefunden habe, das richtige Fundament für ein erfolgreiches Coaching sind. Probieren Sie es aus!

Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

www.schmiegelt-coaching.de

 

ALLES NEU BITTE!?

DIE MAGIE DES 1. JANUAR

Es ist da! Das neue Jahr hat begonnen, und alle Jahre wieder legt sich der von Hermann Hesse so schön beschriebene Zauber des Anfangs über uns.Werden sich unsere Wünsche und Hoffnungen erfüllen? Was wird uns dieses Jahr erwarten?

Flirrende Energie, Abenteuerlust, Hoffnung, vielleicht auch Angst und Zweifel – die Jahreswende hat jede Menge Gefühle und Gedanken im Gepäck. Wird es diesmal endlich klappen mit der Partnerschaft, der Beförderung, ein paar Kilos weniger? Werden wir es diesmal schaffen, wirklich regelmäßig Sport zu machen, weniger zu trinken, mehr an die frische Luft zu gehen und einfach mal mehr an uns zu denken? Die berühmte Liste der guten Vorsätze ist oft lang, unser Durchhaltevermögen dauert oft nicht länger als das Überwinden des Silvesterkaters. Und dabei haben wir doch so viel vor für 2018! Der 1. Januar eignet sich einfach perfekt, um uns für das vor uns liegende Jahr ein neues, besseres Leben auszumalen, in welchem wir unsere Ziele erreichen und unsere bessere Version des Vorjahres werden.
Doch egal, welches Datum der Kalender schreibt: Warum fällt es uns oft so schwer, diese Ziele durchzuhalten? Warum wird unsere Motivation so schnell übertönt von den immer gleichen Stimmen der Bequemlichkeit?

„So schlimm ist es doch gar nicht“, „bis jetzt hat das ja auch immer irgendwie geklappt“, „könnte noch schlimmer sein – warum etwas verändern“? „Das ist doch alles viel zu anstrengend!“
Diese Stimmen haben uns meist fest im Griff, und das ist schade. Denn sie verhindern oft genau die Bewegung und Veränderung, die wir bräuchten, um das vor uns liegende Jahr zu einem Besonderen zu machen.

DIE KRAFT DER VISION

Möglich, dass wir uns manchmal zu hohe Ziele stecken, deren Erreichbarkeit von vornherein in Frage steht. Wenn wir uns vornehmen, gleich einen Marathon zu laufen, kann uns das von vornherein entmutigen und Angst machen. Dieser „Berg“, der vor uns liegt, erscheint unüberwindbar, der Frust ist vorprogrammiert, der Misserfolg im Kopf bereits beschlossene Sache. Erstmal mit 10 km anzufangen, wäre motivierender und schneller, oder?

Realistische und erreichbare Ziele werden greifbar, auch wenn Sie nach außen manchmal klein erscheinen mögen. In unserer Optimierungs- und Perfektionsfokussierten Gesellschaft werden wir dafür manchmal belächelt. „Think big“ ist die Devise, alles andere ist was für Weicheier. Aber bringt uns dieser Status- und Leistungsdruck wirklich ans Ziel? Überambitionierte, irreale Ziele und Vorsätze verwandeln sich in Druck und Belastung.
Für uns passende Ziele werden zu einer Vision, die uns in die richtige Richtung zieht. Vielleicht hat Hermann Hesse auch diese visionäre Kraft des Anfangs mit Zauber gemeint?
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Kraft einer individuell passenden Vision kann Berge versetzen und uns am Ende weiter bringen, als wir es je für möglich gehalten hätten. Eine sinnvolle Planung und konkrete Teilschritte geben der Vision anschließend die passende Form.

WER IST DAGEGEN?

Aber auch wenn wir ein für uns machbares Ziel gefunden haben und die Planung grds. steht: Unsere inneren Kritiker und Faulenzer leisten oft ganze Arbeit, uns dennoch vom Kurs abzubringen. Wir sind zu müde, zu bequem, haben einfach keine Lust oder glauben unbewusst weder an uns, noch daran, dass wir ein kleines bisschen Glück verdient haben. Spätestens im Februar bekommen wir meistens wieder die geballte Kraft des inneren Schweinehunds zu spüren.

Warum sollte es diesmal anders werden als im letzten Jahr?

Oft ist uns gar nicht klar, wie viele blockierende Glaubenssätze wir in uns tragen und wie oft wir uns selbst demontieren. Wie viele unterdrückte Sehnsüchte und Bedürfnisse in uns lebendig sind und konstant von und vor uns versteckt werden.
Wenn wir diese negativen inneren Programme jedoch ansehen und positiv bearbeiten, wenn wir uns unseren Sehnsüchten ehrlich stellen, dann wird Veränderung wirklich möglich. Dazu gehört jedoch, dass wir mutig genug sind, uns wirklich kennen zu lernen und auch das anzuschauen, was wir gern vor uns und anderen verbergen.

DER EINZIG WAHRE VORSATZ

Meiner Meinung nach ist der einzig wahre gute Vorsatz, den wir haben sollten: Sei ehrlich zu Dir selbst, nimm Dich selbst wertschätzend an, und sei mutig, Deine eigene Vision zu entwickeln und zu verfolgen.
Vielleicht muss gar nicht alles komplett neu werden. Wenn wir uns trauen, uns selbst gegenüber ehrlich zu sein und herausfinden, was wir wirklich wollen, werden wir mehr Potenzial für positive Veränderung erkennen, als wir es heute für möglich halten.
Wenn wir uns selbst wertschätzen und wichtig nehmen, werden wir dieses Jahr unglaublich viele Ressourcen erkennen und nutzen können.

Da kann keine 0815-Liste guter Vorsätze mithalten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute für das Neue Jahr und unterstütze Sie dabei, dass 2018 für Sie ein ganz besonderes Jahr wird!

 

Bildnachweis: Kirsten Schmiegelt

 

DIE BASIS GUTER FÜHRUNG: WERTSCHÄTZUNG IM UNTERNEHMEN

KEIN AUFWAND – RIESIGE WIRKUNG!

Wohl jeder von uns hat als kleines Kind beigebracht bekommen, „Bitte“ und „Danke“ zu sagen. Und auch, wenn uns der Sinn und die Wirkung dieser beiden Wörter in jüngsten Jahren wahrscheinlich wenig klar waren (und uns vielleicht sogar als lästiger Umweg zum gewünschten Ziel erschienen), haben wir gelernt, dass uns diese beiden Wörter das Leben ein bisschen leichter machen.
Frei nach dem Kategorischen Imperativ sollten wir unser eigenes Handeln so gestalten, dass wir es als allgemeines Gesetz akzeptieren könnten. Wir haben hoffentlich alle die Erfahrung gemacht, dass wir andere nett behandeln sollten, wenn wir möchten, dass mit uns ebenfalls freundlich umgegangen wird.
Und der Umgang fängt mit Kommunikation an. Diese kann sowohl verbal- als auch non-verbal erfolgen.

Der Ton macht die Musik

Ein freundliches Lächeln öffnet Türen, ein mürrisch-verkniffenes Gesicht öffnet nicht nur keine Türen, sondern kann diese sogar dauerhaft verschließen. Mimik und Gestik sind unumstritten umgangsbestimmende nonverbale Kommunikations-Faktoren, welche manchmal bewusst und oft unbewusst eingesetzt werden – manchmal mit gewünschtem und oft auch mit kontraproduktivem Ausgang.
Kontraproduktiv, weil unsere Mimik und Gestik ein Teil von uns sind, den wir nicht immer vollständig kontrollieren können. Reflexmäßig gucken wir vielleicht genervt, wenn uns ein Kollege immer wieder denselben Vortrag hält – und dieser fühlt sich dann (zu Recht) respektlos behandelt und wird in der Mittagspause sicher nicht neben uns sitzen wollen. Wir sind keine Roboter – und Kommunikations-Faux-pas sind menschlich und grundsätzlich verzeihbar.
Aber sie sind nicht nur verzeihbar, sondern oft auch vermeidbar!
Besonders bei der verbalen Kommunikation gibt es ein paar einfache Grundregeln, die leider in vielen Unternehmen und anderen Sozialgefügen konstant missachtet werden.

„Bitte“ und „Danke“ sind Zauberwörter

„Das ist doch wirklich völlig banal!“, mag der ein oder andere nun denken. Und: „Das weiß doch wirklich jeder!“
Wir alle wissen, dass diese beiden kleinen Wörter nicht nur zum guten Ton gehören und auf eine zivilisierte Herkunft schließen lassen. Wir erfahren auch täglich, dass unsere Sympathie beim Gegenüber steigt, wenn wir uns die Zeit nehmen, höflich zu bitten anstatt zu fordern, und wenn wir uns aufrichtig bedanken, anstatt wortlos mit dem Gewünschten von dannen zu ziehen.
Es ist wirklich banal. Und trotzdem wird bereits dieser kleinste Nenner wertschätzender Kommunikation oft nicht erfüllt. Nicht im privaten Umfeld und leider erst Recht nicht in Unternehmen.

„Ich habe keine Zeit, ich bin im Stress.“

„Der weiß doch, dass ich das brauche, da muss ich nicht drum bitten.“

„Das gehört zu Ihren Aufgaben, da muss ich mich nicht immer wieder bedanken.“

Das sind Standardsätze, die fallen, wenn wir Kommunikations-Situationen und -Probleme analysieren. Und auch wenn diese „Argumente“ vielleicht einerseits vertretbar sind, so sind sie doch ein trauriges Signal für den aktuell herrschenden sozialen Umgang miteinander.
Wenn der kleinste Nenner, also die Basis wertschätzender Kommunikation bereits wackelt, wie soll darauf eine stabile Grundlage für die weitere Kommunikation und ein konstruktives Miteinander entstehen? Wie sollen Mitarbeiter langfristig motiviert bleiben und hinter ihrem Unternehmen stehen, wenn Sie das Gefühl haben, dass ihre Arbeit weder wahrgenommen noch wertgeschätzt wird?

Wertschätzung ist ein Grundbedürfnis

Höflichkeit und Freundlichkeit sind weit mehr als ein Zeichen guter Erziehung. Sie signalisieren Wertschätzung. Und wertgeschätzt zu werden, ist ein menschliches Grundbedürfnis.
Wir alle haben wohl schon selbst einmal erfahren, wie frustrierend es ist, in einer Gruppe zu sein, wo wir nicht gesehen und für das, was wir tun, nicht anerkannt werden. Dieser Frust lässt uns langsam aber sicher resignieren, wir fühlen uns nicht respektiert und stellen uns irgendwann die Sinn-Frage:

„Was hat das hier für einen Sinn, wenn es doch niemanden interessiert, was ich täglich leiste? Wenn ich statt eines freundlichen Wortes noch einen blöden Spruch reingedrückt bekomme oder gar nicht wahrgenommen werde? Wenn alles, was ich tue als selbstverständlich abgetan wird und ich weder gelobt noch gefördert werde?

Dieses Szenario ist in vielen Unternehmen leider traurige Wahrheit – die innere Kündigung, die fehlende Motivation der Mitarbeiter und zurückgehende Produktivität sind die logische Folge. Auf Dauer wirkt sich dies schädigend für das Unternehmen aus, auch wenn man ständig hört, dass heutzutage „jeder irgendwie ersetzbar“ ist.
Dabei kann es doch so einfach sein, durch ehrliche wertschätzende Kommunikation die Menschen zu würdigen und dauerhaft zu motivieren.

Kein Aufwand – riesige Wirkung

Es ist tatsächlich kein Aufwand, die absoluten Grundlagen wertschätzender Kommunikation täglich anzuwenden:
ein freundliches „Guten Morgen“, anstatt wortlos im Büro zu verschwinden,
ein ehrlich gemeintes Lob für eine abgeschlossene Arbeit,
eine anteilnehmende Frage, sofern bekannt ist, dass ein Kollege gerade vor einer besonderen Herausforderung steht,
einen Wunsch als Bitte und nicht als brachiale Forderung zu formulieren, und sich „sogar“ für ein Vergreifen im Ton entschuldigen zu können.
Die Liste dieser Kleinigkeiten lässt sich beliebig fortführen

Es bedarf weder eines perfekten Beherrschens der gewaltfreien Kommunikation, noch müssen sich alle Beteiligten ständig in den Armen liegen. Es sind wie so oft die kleinen Dinge, die, sofern sie konstant angewandt werden, eine dauerhafte positive Veränderung erreichen. Und die Wirkung dieser kleinen Veränderungen im Umgang miteinander ist bewiesenermaßen riesig: Es sind immer wiederkehrende kleine Zeichen der Wertschätzung, die jeden von uns aufbauen und uns das nötige Selbstvertrauen geben, uns weiter zu entwickeln und zu engagieren. Je mehr wir uns gegenseitig davon geben, desto mehr bekommt jeder einzelne von uns zurück.
Die Folge für das große Ganze: Je stärker und motiviert der Einzelne ist, desto besser entwickelt sich das ganze System, die Organisation oder das Unternehmen.

Sind das nicht ein paar wirklich gute Gründe dafür, das Thema Wertschätzung in Zukunft nicht nur theoretisch zu würdigen und wirkungsvoll auf der Website zu platzieren, sondern sinnvoll mit Leben zu füllen?

 

Bildnachweis: „Thank you“: Rhedee// flickr.com

 

EIN SATZ, DER DEIN LEBEN VERÄNDERT: ICH DARF!

Wie wir es schaffen, aus dem Ich-Muss-Modus auszusteigen

Es ist Sonntag. Kein Wecker klingelt, trotzdem schlage ich schon gegen halb neun die Augen auf. Meine innere Uhr schlägt schon wieder Alarm. Ich bin wach. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, endlich mal „so richtig auszuschlafen“, das chronische Schlafdefizit der Woche wenigstens etwas auszugleichen. Hat ja mal wieder super funktioniert. Und ohne es zu wollen, gibt es auch heute wieder „the same procedure like every morning“. Kaum bin ich einigermaßen bei Bewusstsein, taucht die imaginäre to-do-Liste des heutigen Tages vor meinem inneren Auge auf: Sport machen (muss man ja, um einigermaßen schlank und fit zu bleiben, alles andere wäre doch unverantwortlich), etwas Haushalt erledigen (schaffe ich ja unter der Woche kaum), ein paar Kleinigkeiten abarbeiten, bevor sich ab Montag der Berg wieder zu hoch auftürmt, Freunde treffen (dafür bleibt unter der Woche ja kaum Zeit, und die sollen doch merken, dass es mich noch gibt und sie mir wichtig sind), vielleicht schaffe ich es auch noch in die aktuelle Ausstellung (die läuft ja nicht mehr so lange, wäre doch schade, wenn ich sie verpasse), ein bisschen raus in die Natur wäre auch ganz dringend nötig – und die Familie würde sich ebenfalls freuen, wenn ich mal wieder vorbeischaue. Ok, dafür bleiben mir alles in allem ungefähr zwölf Stunden, das wird mal wieder ein straffes Programm, auch wenn das Meiste davon ja grundsätzlich Spaß macht. Ich spüre, wie mein Stresspegel schon wieder steigt, dabei bin ich noch nicht mal aufgestanden. Eigentlich will ich es doch nur einmal schaffen, den ganzen Tag auf dem Sofa zu gammeln, nichts machen, mich einfach ausklinken.

Es ist schließlich Sonntag!

WARUM KLAPPT DAS NICHT?

Kann es wirklich angehen, dass ich auch am Sonntag bereits vor dem Aufstehen dermaßen angespannt bin? Was kann ich dagegen tun? Noch effizientere Zeitpläne erstellen, noch schneller werden? Noch mehr Sachen parallel machen und mir einbilden, dass ich als Frau ja so besonders multi-tasking-fähig bin? Vermutlich packe ich mir die dadurch eventuell entstehenden Freiräume auch wieder zu, denn „irgendwas“, was ganz dringend erledigt werden müsste, findet sich doch immer, oder.
Immer mehr, immer schneller, immer multioptionaler! Ich spüre, das kann nicht die Lösung sein!
Aber was dann?
Wie kann ich es endlich mal schaffen, tatsächlich frei zu haben? Hängt das wirklich von der kompletten Abwesenheit zu erledigender Aufgaben ab, oder muss ich mir selbst frei nehmen?
Da es ständig irgendwas gibt, das ich erledigen oder unternehmen KÖNNTE, ist es wohl sinnlos, mich auf die äußeren Umstände zu beziehen, wenn ich etwas verändern will.

WENN NICHT AUßEN, DANN INNEN

Es bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als bei mir selbst hinzuschauen, wenn ich auf Dauer entspannter durch den Tag gehen will. Aber wo soll ich anknüpfen?
Natürlich hat die innere Einstellung und die daraus resultierende Bewertung einer Situation großen Einfluss darauf, ob ich mich überlastet oder entspannt fühle. Bin ich grundsätzlich eher diszipliniert und will alles schnell erledigen, oder kann ich gut und gern auch mal fünfe gerade sein lassen? Kann ich gut abschalten, auch wenn die ein oder andere Baustelle noch offen ist, oder grübele ich dann ununterbrochen darüber?
Was passiert in mir, wenn ich fast alles als dringend und stressend empfinde – und viel wichtiger: Wie kann ich das verhindern?
Wenn ich meine To-Do-Liste Revue passieren lasse, fällt mir auf, dass ich die einzelnen Punkte mir gegenüber nicht als Angebot, sondern als Befehl formuliere.

REDE MIT DIR!

Wie rede ich eigentlich mit mir selbst, wenn ich etwas zu erledigen habe? Bin ich positiv oder negativ? Kommuniziere ich mit mir freundlich oder eher barsch?
Noch im Bett liegend gehe ich alles durch, was ich für heute geplant habe, und mir fällt auf, dass ich ständig im Ich-muss-Modus unterwegs bin.
„Ich muss“ macht Druck, „ich muss“ klingt nach Befehl, nach Null Entscheidungs. und Gestaltungsfreiheit. „Ich muss“ verdirbt mir von vornherein schon die Lust auf den Tag. Wenn jemand zu mir sagt „Du musst“, gehe ich automatisch in Widerstand. Dann fühle ich mich fremdbestimmt. Und das stresst mich total.
Wie die meisten Menschen, bin ich wohl auch auf Disziplin, Verbindlichkeit und Leistung getrimmt. Das ist grundsätzlich sicher nicht immer verkehrt, aber wäre ein bisschen weniger nicht besser?
Was könnten sinnvolle Alternativen sein, um diese Negativschleife zu durchbrechen?

DER TON MACHT DIE MUSIK

Ich teste meine innere Kommunikation am Beispiel Sport machen:
„Ich muss heute Sport machen!“
Automatisch spüre ich, wie sich meine Schultern verkrampfen und ich leichte Bauchschmerzen kriege. Nicht, dass ich Sport nicht gern mache, aber schon allein dieser Zwang führt zu dem Ergebnis, dass ich Sport als einen weiteren Punkt auf meiner sowieso schon übervollen To-Do-Liste werte und sich in mir ein Gefühl der Überlastung ausbreitet.

„Ich will heute Sport machen.“
Das fühlt sich tatsächlich ganz anders an, viel entspannter. Denn hier habe ich selbst die Wahl und entscheide mich aktiv dafür, eine Stunde im Fitnessstudio zu verbringen. Ich könnte es genauso gut sein lassen, die Entscheidung liegt bei mir. Ich fühle mich viel befreiter als bei der obigen Alternative. Auf einmal ist der Gedanke an die Stunde Sport am Sonntag nicht mehr belastend, sondern positiv besetzt.

So weit, so gut.
Vom Ich-Muss in den Ich-will-Modus zu wechseln ist schon ein erster wichtiger Schritt. Allerdings macht allein das die to-do-Liste noch nicht kleiner.
Da ich mich offensichtlich meistens unbewusst im Pflicht-Modus befinde, sollte ich vermutlich genau dort gegensteuern. Ich will ja eben nicht mehr alles erledigen – selbst dann nicht, wenn es eine selbstbestimmte Entscheidung ist.

ICH DARF!

Ich tue etwas, was in unserer Leistungsgesellschaft schon fast verrückt klingt: Ich fange an, mir die Erlaubnis zum Weniger-Tun zu geben.
„Ich darf Pause machen.“
„Ich darf das bis morgen liegen lassen.“
„Ich darf die Verabredung rechtzeitig absagen.“
„Ich darf heute nur an mich denken.“

Das ist erstmal ungewohnt, aber nachdem ich es ein paarmal geübt habe, fühlt es sich  verdammt gut an.
Es entspannt mich, mir bewusst die Erlaubnis zur Entspannung, Regeneration und zum gesunden Egoismus zu geben. Es hilft mir auch, Prioritäten zu setzen und Vieles etwas weniger ernst anzugehen und als weniger stressend zu empfinden.
Nur wenn ich mir regelmäßig das erlaube, was mir gut tut und worauf ich Lust habe, kann ich das, was ich tun will (und oft auch tun muss), dauerhaft bewältigen.
Gib Dir selbst die Erlaubnis, Dich zu erholen, auszuklinken, Abstand zu gewinnen, Neues auszuprobieren oder auch einfach nur, am Sonntag liegen zu bleiben.

ICH DARF! Ein Satz, der unser Leben verändert.

Wie oft wendest DU ihn an?

 

Foto: Alexander Welitschko

 

 

MEIN SCHATTEN UND ICH

Wer bin ich eigentlich wirklich?

Wenn sich Katharina mit drei Schlagwörtern selbst charakterisieren soll, nennt sie wie aus der Pistole geschossen: Selbstbewusst, zielorientiert, tough. Sie hat ihr Leben fest im Griff, hat bereits mit Anfang 30 eine bemerkenswerte Karriere im Marketing hingelegt, ist vielseitig gebildet und geht jede Woche dreimal zum Sport. Sie tritt selbstsicher auf, vertritt ihre Meinung vor anderen souverän und wird von ihren Freunden für Ihre Unabhängigkeit bewundert. Dies hat sie nicht zuletzt auch der Erziehung durch ihre alleinerziehende Mutter zu verdanken, die ihr von klein auf eingeimpft hat, wie wichtig Stärke und Unabhängigkeit sind. Katharina ist schon lange Single und wünscht sich endlich eine dauernde, stärkende Beziehung. Sobald ein geeigneter Kandidat in Sichtweite kommt, passiert bei Katharina allerdings etwas Merkwürdiges: Aus der souveränen, selbstsicheren Businessfrau wird nach und nach ein kleines, anhängliches Mädchen, das seine Selbständigkeit und Selbstsicherheit immer mehr zu verlieren scheint. Sie beginnt zu klammern, wird immer weinerlicher, Eifersucht und Verlustangst machen sich bemerkbar. Dies irritiert dann verständlich den neuen Partner, der eigentlich dachte, er habe eine selbstbewusste, unabhängige und lockere Frau erwischt. Klammern und Eifersucht standen nicht auf seiner Wunschliste, folglich sucht er schnell das Weite. Katharina selbst ist von Ihrem zweiten Ich ebenso verunsichert wie abgestoßen. Wie kann es sein, dass sie genau die Seiten, die sie bei anderen Frauen so verabscheut, in einer Beziehung selbst zu entwickeln scheint?

Wie viele Seelen schlagen eigentlich wirklich in unserer Brust?

Markus, 35 Jahre alt, ist mit seiner Frau bereits seit 15 Jahren zusammen. Seit 10 Jahren ist er verheiratet, hat drei Kinder und lebt ein geordnetes Leben im finanzierten Eigenheim am Rande einer hessischen Kleinstadt. Er hat seine Frau noch nie betrogen und ist sehr stolz auf seine gefestigten Werte wie Disziplin, Ordnung, Treue und Respekt. Ohne Plan in den Tag hinein zu leben, ist ihm fremd. Er hält sich für einen reifen Mann, der erkannt hat, dass „man“ eben irgendwann erwachsen werden muss und sich dementsprechend festzulegen hat. Hier hat er sich ganz klar und bewusst von seinem eigenen Vater abgegrenzt, der die Familie verlassen hat, als Markus noch klein war und sich als Lebenskünstler nach Bali abgesetzt hat. Die Ehe von Markus ist stabil, ohne große Höhen und Tiefen, allerdings auch ohne große Leidenschaft. Sie haben sich in ihrem Alltag arrangiert. Dennoch gibt es manchmal Momente, in denen Markus vom Auswandern und durchwachten Nächten in den Armen einer feurigen Frau träumt.

Markus‘ Freund Oliver ist das genaue Gegenteil. Als umtriebiger Langzeit-Single wechselt er die Frauen wie seine Socken, lebt als freiberuflicher Web-Designer in einer kreativen Erwachsenen-WG und genießt das Leben so, wie es eben kommt. Markus verabscheut Olivers Frauen-Verschleiß und sein unstrukturiertes Leben, da es ihm in seinem eigenen Ordnungs- und Sicherheitsdenken komplett widerstrebt. Gleichzeitig merkt er aber auch, dass es Momente gibt, in denen er Oliver um seine Lockerheit und seine sexuellen Abenteuer beneidet. Selbstverständlich unterdrückt Markus diese Gedanken sofort, sobald er sie bemerkt, aber tief in seinem Inneren spürt er, dass diese Sehnsucht trotz allen Verurteilens und Verdrängens lebendig bleibt.

Warum wünschen wir uns oft genau das, was wir glauben, offiziell verurteilen zu müssen?

Auch Markus kann sich mit seinem Bedürfnis nach Abenteuer und sexueller Freizügigkeit nicht anfreunden. Es macht ihm Angst, folglich verschanzt er sich hinter allem, was ihm die gewohnte Sicherheit und Stabilität verspricht. Aber ist das der richtige Weg?
Sowohl Markus als auch Katharina werden immer wieder mit mehr oder weniger unbewussten persö¶nlichen Anteilen konfrontiert, die ihrem etablierten Selbstbild, der gewünschten Außenwahrnehmung und ihren vertretenen Werten widersprechen. Statt ihre unbewussten Anteile bewusst anzusehen, kennen zu lernen und konstruktiv in Ihr Leben zu integrieren (und das heißt NICHT, dass Markus jetzt munter durch andere Betten turnt und Katharina zum Heimchen am Herd mutieren soll), gehen Sie auf Konfrontation. Sie unterdrücken alles, was nicht in das von Ihnen gewünschte Bild passt, Sie verbannen ihre „Schatten“ in die hinterste Ecke ihre Psyche, in der Hoffnung, dass sie dort bleiben und sich still verhalten. Das funktioniert jedoch nicht.

Wie können wir einen Schatten erkennen?

Der berühmte Psychiater und Begründer der analytischen Psychologie Carl Gustav Jung geht in seinem tiefenpsychologischen Persönlichkeitsmodell davon aus, dass die Psyche bewusste und unbewusste Anteile hat. Diese unbewussten Anteile (in Anlehnung an Platos Höhlengleichnis werden sie manchmal Schatten genannt), werden z.B. in Träumen besonders sichtbar. Sie sind ständig in uns aktiv, meistens aber eben UN-bewusst. Deshalb können wir uns, unser Verhalten und unsere Gefühle oft nicht vollständig begreifen. Wie auch, wenn wir wichtige Anteile in uns verdrängen und versuchen, abzuspalten?
Ziel ist, unsere unbewussten Anteile zu integrieren und vom Widerstand in die Öffnung zu gehen, dafür müssen wir aber zunächst herausfinden, was genau wir zu verdrängen zu versuchen, also wo genau unsere Schatten liegen.

Hierfür gibt es eine einfache Grundregel: Das, was uns an anderen am meisten aufregt (also nicht nur etwas stört, sondern uns sofort den Puls in die Höhe schnellen lässt und starke negative Emotionen hervorruft) ist in der Regel ein Anteil, den wir uns selbst verbieten. Wenn Markus also seinen Freund Oliver für seine Freizügigkeit vehement verurteilt, ist die Chance sehr hoch, dass es ich hier um einen eigenen, allerdings unterdrückten Anteil von Markus handelt.
Wenn Katharina sich leidenschaftlich im Kreise gleichgesinnter Freundinnen über die „verzweifelte und unterwürfige“ Anschmiegsamkeit der Dame am Nebentisch aufregt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie selbst diese eigene Sehnsucht tief in den dunklen Keller Ihres Unterbewusstseins verbannt hat.

Unsere eigenen Reaktionen auf das Verhalten Anderen sind also ein guter Indikator, welche Anteile wir von uns selbst nicht genug würdigen und unterdrücken.

Was will uns unser Schatten sagen?

Dass Unterdrückung nicht dauerhaft funktioniert, wissen wir nicht nur aus der Psychologie. Unterdrückung kann eine Weile ihren Zweck erfüllen, aber wir können sicher sein: Unter der Oberfläche brodelt es gewaltig, und irgendwann werden sich diese Anteile Bahn brechen, und dann vermutlich extrem.

Ist es nicht sinnvoller, unseren „Schatten“ offen zu begegnen und sie bei Licht zu betrachten?

Welche Botschaft haben die Anteile, die wir unterdrücken, und warum unterdrücken wir sie überhaupt? Wie können wir diese Anteile sinnvoll und positiv in uns, unser Fühlen und Verhalten integrieren? Allein können wir die Antworten in der Regel nicht finden, hier ist ein gutes Coaching nötig. Besonders die Herleitung und Hinterfragung unser anerzogenen Werten und Glaubenssätze spielt hier eine zentrale Rolle.

Meine Schatten und ich sind gute Freunde

Fest steht: Unsere unbewussten „Schatten“ sind genauso ein Teil von uns, wie die Anteile, die wir bewusst zulassen. Letztlich haben wir die Wahl: Sollen unsere Schatten unsere Freunde werden, oder sollen sie auch in Zukunft flatterhafte Gespenster bleiben, die uns unkontrollierbar das Leben schwer machen?

Nur, wenn wir uns allen unseren Anteilen stellen, können wir psychisch gesund und mit uns im Reinen bleiben. Nur, wenn wir allen unseren Anteilen erlauben, „sein“ zu dürfen und die positive Botschaft dahinter erkennen, sind wir imstande, unser Potenzial voll zu nutzen und authentisch zu sein. Das Ergebnis sind positivere zwischenmenschliche Beziehungen, mehr innere Gelassenheit und die Fähigkeit, unser Leben authentisch und auf die eigenen Ziele fokussiert zu gestalten.

Wer Lust hat, tiefer in dieses faszinierende Thema einzusteigen, findet hier einen spannenden Workshop: Starke Frau – starker Mann – starkes Duo!

 

 

POTENZIALE AUFDECKEN UND NUTZEN

POTENZIALE AUFDECKEN UND NUTZEN

Man erkennt die verborgenen Fähigkeiten eines Menschen erst, wenn man ihn ins richtige Licht rückt.

… und genau deshalb ist die Kooperation von mir und Oliver Grubert so sinnvoll!

Oliver Grubert:

Die wertvollste Ressource jedes Unternehmens ist sein Personal. Neben ihrer fachlicher Qualifikation bringen die Mitarbeiter eine Vielzahl individueller Kompetenzen mit, die eine Firma voranbringen. Ein strukturierter Analyseprozess hilft Arbeitgebern dabei, die Potenziale ihrer Beschäftigten und Bewerber besser zu erkennen und für den unternehmerischen Erfolg zu erschließen. Ausgehend von dem Engagement Index des Gallup Institutes sind in Deutschland etwa 15 Prozent der Mitarbeiter unzufrieden, haben keine Bindung an das Unternehmen und bringen kaum Leistung, sie haben bereits innerlich gekündigt. Die breite Masse erledigt ihre Aufgaben zufriedenstellend, hat aber deutlichen Steigerungsbedarf. Und nur ein kleiner Anteil der Beschäftigten in Deutschland macht einen wirklich ausgezeichneten Job. Das ist leider eine dürftige Bilanz. Mit Hilfe der DNLA HR Expertentools („Discovering Natural Latent Abilities“) können wir Unternehmen durch Analysen und Erfolgsprognosen bei Personalentscheidungen und bei der Personalentwicklung unterstützen. Das Ziel dabei ist, natürlich vorhandene Potenziale der Mitarbeiter zu erkennen, um diese im Sinne einer bestmöglichen Leistung weiterzuentwickeln. Die DNLA HR Expertensysteme werden seit über 25 in Unternehmen, Akademien und Trainingszentren eingesetzt und sind zum Teil in über 15 Sprachen verfügbar. Die Systeme basieren auf wissenschaftlicher Grundlagenforschung des Max Planck Institutes München. Berater sowie der DNLA Ablauf unterliegen der DIN Norm 33430 für berufsbezogene Eignungsdiagnostik. www.dnla.de

Für mich, als DNLA-Berater, steht dabei die Frage im Vordergrund, was eine Person braucht, um beruflich erfolgreich zu sein. Eine Potenzialanalyse eines Beschäftigten in einem Unternehmen beginnt daher immer mit einem Online-Fragenkatalog. Hierbei werden Mitarbeiter oder Kandidaten für eine zu besetzende Stelle gebeten, zu verschiedenen Aussagen und Arbeitssituationen Stellung zu nehmen. Die Fragen sind strikt arbeitsplatzbezogen. Es wird nicht nach individuellen Vorlieben gefragt, wie es in machen Persönlichkeitstests üblich ist. Auf Basis der Antworten wird ein Gutachten – das sogenannte Erfolgsprofil Soziale Kompetenz – erstellt. Diese Analyse weist die Ausprägung von Potenzialen etwa in den Bereichen wie Eigenverantwortlichkeit, Motivation, Selbstvertrauen, Kontaktfähigkeit, Misserfolgstoleranz, Flexibilität und Arbeitszufriedenheit aus. Es ist wissenschaftlich belegt, dass diese Faktoren relevant für beruflichen Erfolg sind. Jedes Gutachten wird anschließend von einem DNLA-Berater bei einem strukturierten Interview erläutert. Diese Gespräche finden mit den jeweiligen Kandidaten und deren direkten Vorgesetzten statt. Erstere bekommen dabei Gelegenheit, die Gründe der verschiedenen Ausprägungen ihrer Potenziale zu ergründen und zu erklären. Dieses Vorgehen führt zu zwei Effekten: Geht es um eine Stellenbesetzung, werden Bewerber auf der Basis der erstellten Gutachten vergleichbar. Das Unternehmen hat so die Möglichkeit, von vornherein den optimalen Bewerber zu identifizieren. Im Falle einer Personalbilanz bekommen Führungskräfte ein Bild davon, welcher Förder- oder Veränderungsbedarf bei den jeweiligen Beschäftigten vorliegt. Die Mitarbeiter können dann an der für sie am besten passenden Stelle eingesetzt und individuell gefördert werden und den größten Mehrwert für sich und das Unternehmen generieren. Diese win-win-Situation ist die Basis für dauerhaften Personal-Erfolg. So können bei den Gesprächen und dem Analyseprozess beispielsweise bislang unbekannte Qualitäten, aber auch Hemmnisse erkannt werden, die sich dann zielfokussiert lösen lassen. Denkbar ist, dass unterforderte oder gelangweilte Beschäftigte im Job aufblühen, wenn sie mit anderen Aufgaben betraut werden oder mehr Aufmerksamkeit bekommen. Wer aber nicht nach Ursachen und Möglichkeiten fragt, wird die Potenziale seiner Belegschaft nicht aufdecken und erschließen können. Eine strukturierte Analyse lohnt sich für jede Firma, die vorausschauend in die Mitarbeiter investieren und Nachwuchskräfte identifizieren und langfristig fördern will.

Kirsten Schmiegelt:

Diese Analyse ist die optimale Ausgangsbasis für ein erfolgreiches Coaching, denn sie bietet bereits konkrete Anhaltspunkte für den status quo und liefert die Impulse, die der Coaching-Prozess für den erfolgreichen Weg zum Ziel benötigt.

Die klare Standortbestimmung ist hierbei äußert wertvoll. Hier wird dem Klienten nicht nur die Ist-Situation sondern auch das daraus abgeleitete Ziel klar vor Augen geführt. Ich als Coach unterstütze durch mein breites Portfolio an Kompetenzen die schnelle und dauerhafte Zielerreichung und rege den Klienten dazu an, sich selbst zu reflektieren und vorhandene Ressourcen optimal zu aktivieren und zu nutzen. So erhalten sowohl der Klient als Individuum als auch das Unternehmen den größten Mehrwert und legen die Basis für eine dauerhafte und motivierte Zusammenarbeit. Ob im Bereich Führungskräfteentwicklung, Talentmanagement oder berufliche Neupositionierung und Umstrukturierung: Individuelles zielfokussiertes Coaching ist die logische und optimale Konsequenz, welche die DNLA-Analyse benötigt.

Eigene Kompetenzen nicht nur zu erkennen sondern auch bestmöglich einzusetzen und die eigene Selbstwirksamkeit und Zufriedenheit zu erhöhen, sind der Fokus meiner Coachings. Die gegenseitige Bereicherung und win-win-Situation für Mitarbeiter und Unternehmen sind das positive Ergebnis.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen!

Kirsten Schmiegelt und Oliver Grubert

 

Bild: XoMEoX: Chains / flickr.com

 

MUT ZU KULTUR!

MUT ZU KULTUR!

Versus die Angst vor Visionen und Werten

Es gibt wenige Themen, bei denen ich mit meinen Business-Gesprächspartnern so viel Einigkeit erfahre, wie über den Punkt, dass tragfähige Werte und eine authentische Kultur für Unternehmen essentiell wichtig sind, um kompetente Mitarbeiter zu engagieren und dauerhaft zu halten. Genauso viel Zuspruch erhalte ich dafür, dass ich meine Schwerpunkte auf diese Themen im Rahmen meiner Business-Coachings lege.

Ja, Sie haben vollkommen Recht, ohne eine überzeugend gelebte Kultur geht gar nichts. Werte sind nicht nur wichtig, sie sind sogar die Voraussetzung, um als Unternehmen authentisch wahrgenommen zu werden. Eine stimmige Unternehmensvision ist das A und O, besonders auch bei den Themen Führungskräfte- und Mitarbeiterentwicklung. 

Ja, meine Damen und Herren, Sie haben ja so Recht!

Über zu wenig theoretische Erkenntnis und Einsicht können wir uns bei diesem Thema wirklich nicht beschweren. Unzählige Publikationen werden dazu täglich veröffentlich. Auf fast jeder Unternehmenshomepage finden wir meist in sehr blumigen Worten, welchen Werten, welcher Ethik das Unternehmen folgen will und was Mitarbeiter erwarten dürfen. Von „spannenden Dynamiken, „Spaß an der Sache“ und einem „inspirierenden Miteinander auf Augenhöhe“ ist dann oft die Rede. Aber was genau soll das heißen? Welche Vision des Unternehmens verbirgt sich dahinter konkret? Die Themen Werte und Kultur sind „heiß“, darüber lässt sich wunderbar bei Networking-Veranstaltungen philosophieren. Ich persönlich kenne niemanden, der nicht begeistert mit einstimmt, wenn diese Schlagworte zur Sprache kommen. Dass Mitarbeiterbindung, Führungskräfteentwicklung und das Leben authentischer Werte von der Management-Ebene top down prioritäre Themen sind, steht außer Frage. Irgendwie…

Das Problem ist, dass eine irgendwie geartete Vision oder irgendwie vorhandene Werte kein tragfähiges Fundament bilden können, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen. Das versteht sich eigentlich von selbst.

WARUM WERDEN KULTUR UND WERTE DENNOCH IMMER WIEDER VERNACHLÄSSIGT?

Kultur, Werte und Visionen sind zunächst wenig greifbar. Ihre positive Wirkung zunächst schwer messbar. Dazu kommt die unangenehme Vorahnung, dass das nachhaltige Definieren derselben mit Zeit und Aufwand verbunden ist. Sofortiger Widerstand seitens des Managements ist oft die Konsequenz. So lange es irgendwie funktioniert, wird nichts geändert. Wir haben auch so wenig Zeit, das Tagesgeschäft muss ja laufen (muss es auch!), da bleibt für solche „soften Themen“ wie das Entwickeln einer wirklichen Vision und die Definition stimmiger Werte kaum Raum. Deshalb geht es weiter wie gehabt, auch wenn Führungskräfte überfordert und Mitarbeiter zunehmend orientierungslos und demotiviert sind. Ein fataler Fehler!

Ich kann aus meiner Erfahrung als Coach sagen, dass die Bereitschaft, sich überdurchschnittlich zu engagieren, bei den allermeisten Mitarbeitern, egal auf welcher Ebene gegeben ist. Was jedoch oft fehlt, ist das Erkennen eines Sinns in der eigenen Arbeit, die Identifikation mit dem Unternehmen und das Gefühl, einer gemeinsamen Vision zu folgen und dazu einen wertvollen Beitrag zu leisten. Genau das sind aber letztlich die Motoren, die uns alle antreiben. Stattdessen höre ich seitens der Management-Ebene oft den Satz:

Den Mitarbeitern muss doch klar sein, wofür unser Unternehmen steht und was sie machen sollen! Das ergibt sich doch von selbst!

Woher soll diese Klarheit denn kommen?

Was vermisst wird, ist eine überzeugende, leitende Unternehmenskultur, die Mitarbeiter fördert, motiviert und zur Weiterentwicklung herausfordert. Aber statt hier den fruchtbaren Boden für nachhaltige Entwicklung und eine starke Identifikation zu bereiten, werden meistens (wenn überhaupt) pro forma Gießkannen-Angebote gemacht, um sich mit dem Gedanken zu beruhigen, zumindest „irgendetwas“ in diesem Bereich getan zu haben: Ein Standard-Kommunikationstraining hier, ein 0815-Führungskräftetraining dort, ein Hochseilgarten-Teambuilding-Event zur Abwechslung. Die Kataloge etablierter Anbieter sind voll von solchen Angeboten. „Überraschenderweise“ haben diese Maßnahmen meist keinerlei nachhaltige Wirkung. Wie auch, wenn Sie nicht in Übereinstimmung und auf dem Boden einer fundierten Unternehmenskultur (die ja meistens leider nicht existiert) maßgeschneidert konzipiert werden? Unternehmenskultur lässt sich nicht einkaufen, sie muss nachhaltig aus dem Unternehmen heraus entwickelt werden. Nur so kann Sie ihre positive Wirkung innerhalb und außerhalb des Unternehmens entfalten.

VORBEHALTE SIND VERSTÄNDLICH ABER NICHT ZIELFÜHREND

Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass unter dem Druck des Tagesgeschäfts Vorbehalte bzgl. des Aufwands bestehen, den eine fundierte Kultur- und Wertearbeit mit sich bringen kann. Vorab: Der Zeitaufwand für das Definieren einer Unternehmensvision kann durchaus überschaubar sein. Auch hier gilt: Sobald man sich einmal dran gemacht hat, fließt vieles unkomplizierter als man anfangs gedacht hat. Diesen Prozess strukturiert und zielführend zu moderieren ist unter anderem meine Aufgabe als Coach. Es geht hier nicht darum, sich wochenlang einzuschließen und Romane über Visionen zu schreiben, die dann überall im Unternehmen an die Wand gepinnt werden (O-Ton eines Managers), sondern darum, eine Vision stimmig und prägnant in wenigen Sätzen definieren. Diese Vision und die damit verbundenen Werte sind die unverzichtbare Basis für eine authentische und zukunftsorientierte Entwicklung. Themen wie offene Kommunikation, Wertschätzung sowie Teilhabe und individuelle Förderung können hier wichtige Komponenten sein. Nur wenn ein Unternehmen klar darstellen kann, wofür es steht, welche Werte es täglich lebt und wie seine Kultur konkret im Alltag umgesetzt wird, schafft es ein starkes Profil und wird sich dementsprechend positiv vom Großteil der Konkurrenten im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter abheben. Diese kulturelle Positionierung zu schaffen, erfordert Bereitschaft zu Reflektion, Lust auf Innovation und ein gewisses Maß an Zeit zur Implementierung.

Was vielen Unternehmen fehlt, ist hier nicht die Erkenntnis, sondern der Mut, diesen Prozess anzustoßen. Wer sich für den Weg einer starken Vision entscheidet, wird den Mehrwert auf allen Ebenen schnell erkennen.

Ich unterstütze Sie dabei.

 

 

EMPATHIE – DARF’S EIN BISSCHEN MEHR SEIN?

EMPATHIE: DARF’S EIN BISSCHEN MEHR SEIN?

Vor kurzem gab ich einen Workshop speziell für Frauen zum Thema „die eigenen Stärken erkennen und nutzen“. Als die Teilnehmerinnen ihre hervorstechendsten Stärken nennen sollten, sagte jede unabhängig voneinander: Empathie!

Auch auf meiner persönlichen Stärkenliste steht Empathie ganz oben (wäre für mich als Coach auch schlecht, wenn ich nicht darüber verfügen würde). Aber wenn ich mich in meinem direkten Umfeld und darüber hinaus umsehe, drängt sich mir immer mehr die Frage auf:

Wie viel Empathie tut mir gut – und ab wann bremst sie mich aus und schadet mir?

Um klar zu bleiben: Empathie ist für mich der Schlüssel, um Menschen zu verstehen, Nähe zu erzeugen und eine tiefe Bindung herzustellen. Empathie hilft mir, den Standpunkt des Anderen zu erfassen und die Perspektive wechseln zu können.

Empathie ist für mich die Grundvoraussetzung, um mit meinen Mitmenschen respektvoll, offen und herzlich umgehen zu können. Wenn mir Empathie fehlt und ich mich nicht in mein Gegenüber hineinversetzen kann, verhalte ich mich vermutlich egoistisch, kaltherzig und engstirnig. Dann sehe ich nur mich, meinen Standpunkt, meine Interessen und die für mich bequemste Lösung.

Jetzt denkt der ein oder andere vielleicht:

Na und, klingt doch super und erspart mir eine Menge Probleme!

Und das mag vielleicht sogar stimmen, gerade in der heutigen Zeit drängt sich mir immer mehr der Verdacht auf, dass unsere Gesellschaft vornehmlich aus egomanischen Zombies besteht, die unter dem Deckmantel der Selbstverwirklichung immer unfähiger werden, über ihren eigenen begrenzten Tellerrand hinaus zu blicken. Und irgendwie scheinen sie damit durch zu kommen, wenn man der makellosen erfolgreichen Fassade Glauben schenken will.

Empathie als überholter Trend?

Ist Empathie also heute zu einer alten und überholten Tugend geworden? Ist sie möglicherweise für unsere aktuelle Gesellschaft nicht mehr zeitgemäß? Sollten wir uns alle nur noch auf uns selbst konzentrieren? Und viel wichtiger: Sind die Menschen, die auf Andere und deren Gefühle achten, nur gefühlsduselige Idioten, die nicht erkannt haben, dass einzig und allein der eigene Nutzen zählt?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mich Empathie bereits des öfteren in eine Sackgasse geführt hat. Mein Gegenüber fand es toll, dass ich so nett und verständnisvoll war und es ihm damit so einfach gemacht habe. Verlassen, verarscht und verletzt wurde ich trotzdem. Und dann saß ich da als selbstloser Gutmensch gebrandmarkt, zerfressen von Enttäuschung, Trauer und Frust und habe mir Herz und Hirn zermartert, ob ich meine Empathie nicht endlich und endgültig über Bord werfen sollte.

Bringt ja alles nichts.

Wieviel Empathie tut mir gut?

Um es kurz zu machen: Das mit dem über-Bord-werfen funktioniert für mich nicht. Andere und deren Gefühle auszublenden, widerstrebt mir komplett – und das soll auch so bleiben.

Für mich ist und bleibt Empathie eine Stärke, die ich beibehalten möchte. Aber im Zuge meiner Erfahrungen habe ich für mich etwas Wichtiges gelernt: Empathie ist eine Stärke, die in einem gewissen Maß angewandt am besten wirkt.

Mir ist es oft passiert, dass ich so voller Empathie für mein Gegenüber war, dass ich mich selbst in der Wahrnehmung und Äußerung meiner eigenen Gefühle und Bedürfnisse komplett ausgebremst habe. In diesen Momenten war nur der Mensch, der mir gegenüber saß, wichtig, seine Geschichte, seine Gefühle, seine Wünsche. Ich hatte ja so wahnsinnig viel verdammtes Verständnis.

Und so habe ich mich unbewusst ins worst-case-Szenario katapultiert.

Dann mutiert meine Empathie von einer Stärke zur Schwäche: Dann fokussiert sie mich so auf den Anderen, dass ich mich selbst komplett vernachlässige. Dann schade ich mir selbst und gewinne nichts. Und so weit sollte es wirklich nicht kommen.

Das richtige Maß finden

Diesen schmalen Grad zu erkennen und seinem Überschreiten achtsam entgegen zu wirken, ist mein persönliches Ziel, um meine Stärke der Empathie sinnvoll zu nutzen. Auf andere Menschen eingehen zu können, mitfühlen zu dürfen und sie dennoch nicht als Maß aller Dinge ständig über meine eigenen Bedürfnisse zu stellen. Offen für Andere zu sein, aber für mich selbst einzustehen und das auch nach außen zu vertreten.

Wenn mir diese Balance gelingt, kann ich mit meiner empathischen Begabung gesund haushalten und Andere davon profitieren lassen.

Ein Freund und Kollege, der sich auf provokatives Coaching spezialisiert hat, sagte vor zwei Jahren zu mir:

„Deine Über-Empathie ist echt zum kotzen! Was willst DU eigentlich?“

Dies waren natürlich nicht die Worte, die ich damals hören wollte, aber ich habe sie nie vergessen. Die Erinnerung an diesen harten Satz hilft mir, mich wieder auf Kurs zu bringen, wenn drohe, mich zu weit von mir zu entfernen und den Anderen zum Mittelpunkt meiner Welt werden zu lassen.

Offensichtlich habe ich diesen Klartext gebraucht.

WIE STEHT IHR ZUM THEMA EMPATHIE?

 

Bild: Ron Mader: Buzzword Bingo: Empathy Museum @ romankrznaric / flickr.com

 

 

 

 

 

WAS SIE ÜBER DAS GEHIRN WISSEN SOLLTEN

Dies ist ein Gastbeitrag meines Kooperationspartners Dr. Hendrik Wahler von mindyourlife in Mainz:

Was Sie über Ihr Gehirn wissen sollten

Die wichtigsten Fakten über das komplexeste Organ der Welt

Ohne Hirn geht nichts

Jeden Menschen interessieren die „großen Fragen“: Was ist der Sinn meines Lebens? Wie kann ich glücklich werden? Wer bin ich? Wie werde ich der, der ich sein möchte? Was sind meine wirklich wichtigen Ziele? Wie erreiche ich diese Ziele? Wie kann ich ein gelingendes Leben führen?

Seit Jahrtausenden versucht die Philosophie, Antworten auf diese Fragen zu finden. Seit längerem erforscht dies aber auch die Psychologie, die sich vor mehr als 100 Jahren aus der Philosophie löste und eine eigene Disziplin wurde. Aber auch die Hirnforschung (auch: Neurowissenschaft, Neurobiologie) redet in den letzten Jahrzehnten in diesen Fragen ein Wörtchen mit. Gegenwärtig hat diese Erforschung des Gehirns so viele Einsichten zu bieten, dass sich behaupten lässt: Auf dem Weg zu einem gelingenden Leben kommt man um ein gewisses Grundwissen über das eigene Gehirn nicht herum. Viele Experimente belegen, dass alle psychischen Funktionen wie Erleben, Fühlen, Denken, Wahrnehmen, intendierte Bewegungen usw. auf dem Feuern von Neuronen beruhen, den Nervenzellen des Gehirns. Das heißt natürlich nicht, dass das Gefühl der Liebe nichts anderes ist als ein Feuerwerk im Kopf – es heißt nur, dass es ohne dieses Feuern von Neuronen keine gefühlte Liebe gibt. Darüber hinaus sind viele Forscher der Meinung, dass man die Prinzipien von psychischen Abläufen wie z.B. Gefühlen genau dann versteht, wenn man sie als neuronale Prozesse verstanden hat. Wie Sie sich also am besten motivieren, können Sie erst sagen, wenn Sie verstanden haben, wie Motivation in Ihrem Gehirn funktioniert. Ohne Hirn geht also nichts.

Mit mehr Hirn zu mehr vom Hirn!

Mit wenig Hirn geht aber auch nicht viel: Um sein Gehirn zu Höchstleistungen zu bringen, muss man es erst einmal richtig verstehen. Sonst wäre man wie ein Rennfahrer, der einen Streckenrekord aufstellen will, ohne zu verstehen, was eigentlich der Unterschied zwischen Gas und Bremse ist. Natürlich kann man so etwas durch Ausprobieren herausfinden. Aber die Feinheiten lernt man eben nur, wenn man auch die Prinzipien versteht. Sie erinnern sich vielleicht daran, dass man lange Zeit beim olympischen Hochsprung mit dem Bauch nach unten über die Messlatte gesprungen ist. Zweifelsohne konnten alle diese Hochspringer herausragend gut hochspringen. Ein bisschen mehr physikalisches und bewegungsphysiologisches Wissen hätte aber vielleicht dazu geführt, dass man schon früher angefangen hätte, mit dem Rücken nach unten über die Latte zu springen – und so schon früher deutlich höher gekommen wäre.

Ein solches Grundwissen über das Gehirn soll Ihnen dieser Blog-Post in ganz groben Zügen vermitteln – und zwar immer mit dem Fokus auf das allgemeine Feld der Persönlichkeitsentwicklung und des erfüllenden Glücks.

Der Supercomputer in unserem Kopf

Die Natur hat viele unfassbar schöne und ausgetüftelte Dinge hervorgebracht. Doch als Krone der Schöpfung gilt vielen Forschern das menschliche Gehirn, das sich über 500 Millionen Jahre Evolution zu einem der komplexesten Gebilde dieser Welt entwickelt hat.

Leistungsstark und effizient

Das Gehirn besitzt etwa so viel Rechenleistung wie die derzeit leistungsstärksten Computer. Trotzdem verbrauchen solche Computer 5000-mal so viel Energie wie unser Gehirn – es ist also hochgradig effizient.

Ein Multitasker

Während Computer seriell (nacheinander) Rechenprozesse verarbeiten, kann das Gehirn dies parallel. Das Gehirn kann mehrere Daten gleichzeitig abspeichern – Computer nur nacheinander. Sie kennen das: Wenn Sie einen Datentransfer auf Ihrem Rechner laufen haben, wird ein zusätzlicher Datentransfer zur Qual für Ihren Computer und Ihre Nerven. Zum Glück ist das im Gehirn nicht so.

Gut versorgt, gut geschützt

Das Gehirn umfasst 100 Milliarden Neuronen und wird über vier Arterien mit Sauerstoff versorgt. Wie wichtig das Gehirn für den Menschen in biologischer Hinsicht ist, zeigt sich daran, dass es nach Millionen Jahren Evolution das am besten geschützte menschliche Organ ist.

Wozu brauchen wir unser Gehirn?

Wir benötigen unser Hirn in erster Linie nicht zum Denken, sondern zur Orientierung in unserer Umwelt: Unser Gehirn soll uns das Leben retten, uns am Leben erhalten und für unsere Fortpflanzung, also letztlich für die Erhaltung der Gattung Mensch sorgen. Natürlich ist das Gehirn primär auf eine andere Welt ausgelegt als wir sie heute kennen: Gefährliche Tiere sind dem Gehirn evolutionär bekannter als gefährliche Schusswaffen oder Taser.

Anpassungsschwierigkeiten

Einige heute typische Probleme erwachsen erst daraus, dass wir uns als biologische Wesen nicht schnell genug den rasanten Veränderungen der modernen Welt

anpassen können (Rückenschmerzen durch den Büroalltag, Sinnlosigkeit durch die Überflussgesellschaft, Burnout durch permanente Aktivität und Erreichbarkeit etc.).

Unsere Wirklichkeit – nur ein Konstrukt?

Alle Leistungen des Gehirns dienen dem Ziel des Überlebens – auch das Denken, das Wahrnehmen oder die Gefühle. Nur einen ganz kleinen Teil dessen, was in unserem Gehirn abläuft, erleben wir auch bewusst. Wir sehen z.B. nicht alles bewusst, was unsere Augen an visuellen Informationen empfangen. Was wir von der Welt erkennen, ist kein Abbild, sondern eine nützliche Landkarte der Welt. Mit dieser Landkarte können wir uns dann in der Welt orientieren und überleben. Man spricht hier davon, dass unser Gehirn unsere Realität konstruiert.

Wie können Sie Ihre Wirklichkeit beeinflussen?

Wenn aber unser Erleben tatsächlich am Ende vielmehr ein Konstrukt und kein realistisches Bild der Welt ist, hat unser Gehirn offenbar einen gewissen Spielraum: Unsere erlebte Wirklichkeit wird nicht direkt von der Außenwelt bestimmt. Hier stellt sich nun die zentrale Frage: Können wir dieses Konstrukt so beeinflussen, dass die Welt für uns schön ist, dass wir schöne Gefühle empfinden, dass wir ein erfüllendes Leben führen? Das erfahren Sie in unseren Blog-Posts in den folgenden Wochen, die das menschliche Gehirn weiter beleuchten werden.

Zum Weiterlesen:

GRAWE, Klaus (2004): Neuropsychotherapie, Göttingen: Hogrefe.

KANDEL, Eric R. / SCHWARTZ, James H. / JESSEL, Thomas M. (2011): Principles of Neural Science, 5th Ed., New York: McGraw-Hill Medical Publishing Division.

ROCKSTROH, Sybille (2011): Biologische Psychologie, München: Reinhardt.

SCHRÖGER, Erich (2010): Biologische Psychologie, Wiesbaden: VS, Verlag für Sozialwissenschaften.

 

 

 

GUTE FÜHRUNG IN STÜRMISCHEN ZEITEN

GUTE FÜHRUNG IN STÜRMISCHEN ZEITEN

Was verstehen Mitarbeiter unter guter Führung?

Wie kann eine Führungskraft heute den aktuellen Herausforderungen wie Digitalisierung, demographischem Wandel und flexiblen Arbeitsmodellen begegnen?

Welche Fähigkeiten muss eine moderne Führungskraft besitzen, um ihre Mitarbeiter dauerhaft zu motivieren und zu fördern?

Dies sind nur einige der Fragen, die Führungskräfte und HR-Manager heute umtreiben – und diese Fragen verlangen konkrete und konstruktive Antworten.

Fest steht, dass etablierte Führungsmethoden mit der aktuellen Dynamik oft nicht mehr vereinbar sind und in Zukunft nicht mehr erfolgreich sein werden.

Aber was sind vor diesem Hintergrund die aktuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter, und wie nehmen sich Führungskräfte in Ihrer Rolle wahr?

Welche Rolle spielen Unternehmenswerte und Kultur, um einen Wandel in Richtung Zukunft gelungen zu initiieren?

Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, haben mein Kollege Jens Engel und ich für unsere Firma UnternehmerSinn eine Studie mit Mitarbeitern UND Führungskräften in 60 Unternehmen verschiedener Größe durchgeführt.

Die Ergebnisse sind spannend und geben Raum für Fragen und kreative Lösungsansätze.

Lassen Sie sich inspirieren – zur Studie geht es hier: http://unternehmer-sinn.de/?p=397

 

Foto: „Management versus Leadership“, David Sanabria / flickr.com

 

LOSLASSEN – KUNST ODER QUATSCH?

LOSLASSEN – KUNST ODER QUATSCH?

 

„Ganz ehrlich: ich kann dieses Wort nicht mehr hören. Wie soll das überhaupt funktionieren? Einfach löschen, oder was? Jeder redet vom Loslassen, aber mich kotzt dieses Thema mittlerweile echt an.“

 Dies sagte vor Kurzem eine Teilnehmerin in einem meiner Seminare. Hintergrund war bei Ihr das Überwinden einer Erfahrung des Scheiterns in beruflicher Hinsicht.

Ich konnte Ihren Ärger gut nachvollziehen, auch mir begegnet das Loblied aufs Loslassen gefühlt an fast jeder Ecke und in jedem zweiten social-network-post, meist noch dekoriert von einem lächelnden Buddha oder einem fliegenden Luftballon. Und irgendwie lassen mich diese ganzen beseelten guten Ratschläge kalt. Obwohl ich meine Kompetenz im Loslassen gern erweitern würde.

Aber was genau heißt eigentlich loslassen, und was ist so toll daran?

Ich habe viel darüber nachgedacht, in mich hinein gespürt und nach einer Bedeutung gesucht, die sich für mich richtig anfühlt.

Vermutlich wünschen wir uns alle manchmal einen „delete-button“, einen Knopf, mit dem wir negative und verletzende Erfahrungen löschen können, wenn sie zu weh tun und wir keinerlei Nutzen in diesem Leid erkennen. Wenn uns die große Liebe das Herz bricht, wenn der berufliche Erfolg ausbleibt, obwohl wir alles dafür gegeben haben, oder wenn wir einen Verlust erleiden, der uns emotional den Boden unter den Füßen wegzieht. Wenn uns schlechte Erinnerungen immer wieder verfolgen und einholen, egal wieviel Zeit vergehen mag und das Licht am Tunnel einfach nicht aufleuchten will. Dann wäre es toll, die Stopp-Taste zu drücken und alle diese Gefühle in den mentalen Papierkorb zu verschieben. Endlich wieder frei von Schmerz, endlich mal wieder Ruhe!

Aber ganz ehrlich: Wann immer ich dieses theoretische Löschen-Szenario in meinem Kopf und Herzen durchgespielt habe, hat sich ihn mir etwas gesträubt. Ich wollte diese Erfahrungen gar nicht wirklich loswerden, diesen Menschen nicht vergessen, diesen Teil von mir nicht abspalten. Ich wollte sie behalten – aber eben weniger schmerzhaft.

Loslassen bedeutet nicht auslöschen

 Wenn Loslassen nicht löschen heißt, was kann es dann bedeuten? Wie kann ein Kompromiss aussehen zwischen Behalten und dennoch Distanz schaffen? Wie kann ich zu dem Punkt gelangen, schmerzhafte Erfahrungen so in meine Geschichte zu integrieren, dass Sie mich nicht lähmen sondern im Idealfall sogar bereichern?

Der erste Schritt könnte sein zu akzeptieren, dass auch schmerzhafte Erfahrungen zu meiner Geschichte gehören und darauf zu vertrauen, dass sich mir irgendwann ihr Wert erschließt. Diese Akzeptanz braucht Zeit und Geduld.

Schmerz, Verletzung und Scheitern anzunehmen ist eine Herausforderung, in der Regel möchten wir diese negativen Gefühle vermeiden. Und wenn sie doch eintreten, reagieren wir mit Abwehr, machen Andere dafür verantwortlich, sind wütend, verbittert, fühlen uns ungerecht behandelt oder verfallen in Selbstmitleid. War ja klar, dass uns das wieder passieren muss, oder?

All diese Gefühle sind berechtigt und dürfen ihre Zeit haben – aber fürs Loslassen hilft das nicht wirklich weiter. Und wenn wir uns dann noch voller Ungeduld oder Schuldgefühlen unter Druck setzen, weil das mit dem Loslassen partout nicht funktionieren will, klappt oft gar nichts mehr. Dann fühlen wir uns mehr denn je gefangen in diesem grauen Kreislauf. Mir zumindest ist es oft so gegangen.

Loslassen braucht Zeit

Wie können wir also für unsere schmerzhaften Erfahrungen einen erträglichen Platz schaffen, wenn wir die Zeit der akuten Trauer, Wut und Enttäuschung in unserem Tempo überwunden haben? Wie können wir den abstrakten Begriff des Loslassens mit Inhalt füllen?

Ich habe vor kurzen einen Satz gelesen, der mir endlich wirklich dabei geholfen hat, das Thema Loslassen für mich greifbar zu machen.

Loslassen bedeutet nicht Loswerden.

Dieser Satz hat mich persönlich tief angesprochen, weil er mir einerseits die Erlaubnis gibt, meine Erfahrungen und Gefühle zu behalten und gleichzeitig nach vorne blickt. Weil ich nichts unwiderruflich weggeben „muss“, wenn ich es nicht will.

Loslassen heißt Sein-lassen

Wie kann ich also halten und gleichzeitig vorwärtsgehen?

Für mich liegt die Lösung im Sein-lassen.

Den Moment zu erreichen, wo ich die Erfahrung annehme und sie als einen Teil von mir in Ruhe lasse. Sie ohne Drama akzeptieren und mir nicht mehr den Schlaf und die gute Laune rauben lassen. Wo ich ihren Wert erkennen und die Erkenntnisse, die sie mir geliefert hat, nutzen kann. Einfach SEIN lassen und mit Abstand ohne Zorn betrachten. Dies kann ein langer, beschwerlicher Weg mit vielen Kurven und Stolpersteinen sein. Ein Weg, der seine Zeit braucht. Aber am Ende dieses Weges strahlt mir ein unglaublich kraftvolles Ziel entgehen:

NEUANFANG!

 

Was bedeutet Loslassen für Dich?

 

 

 

 

VERÄNDERUNG!

VERÄNDERUNG! 

Erst der Schmerz, dann das Vergnügen

Mir reicht’s!

So kann es nicht weitergehen!

Es muss sich was verändern!

Wie oft sagen wir diese Sätze, wenn wir die Nase voll haben, wenn uns das Gewohnte zur Weißglut treibt oder einfach nur zu Tode langweilt?

Und wie häufig begegnen uns solche Sprüche in unserer Umgebung? Wenn wir im Café (meist ungewollt) den Gesprächen am Nebentisch zuhören, wir in irgendeiner Warteschlange stehen oder uns zum x-ten Mal von der besten Freundin anhören, dass sie Ihre aktuelle Partnerschaft eigentlich schon abgeschrieben hat, wenn…. Ja wenn sich nicht endlich was ändert.

Manchmal macht es einfach nur Spaß, Dampf abzulassen, sich über jemand anderes leidenschaftlich zu beschweren, sich in Gemeinschaft aufzuregen oder traumhafte Luftschlösser zu bauen.

Aber oft liegt in solchen Äußerungen auch ein tiefes Bedürfnis nach Wandel, ein offenes oder unterdrücktes Unglücklichsein mit dem, was ist und eine Sehnsucht nach einer irgendwie gearteten Verbesserung. Ach ja, es soll sich was verändern!

Veränderung ist ein großes Thema, Veränderung ist Bewegung, Veränderung geht vorwärts.

Veränderung ist irgendwie cool und entspricht unserem dynamischen Zeitgeist. Schnell, lösungsorientiert, auf Optimierung ausgerichtet.

Aber was genau ist Veränderung eigentlich, und was ist unsere Rolle in diesem „game of change“?

Veränderung fängt bei Dir an!

Die meisten meiner Klienten kommen mit dem Wunsch nach Veränderung zu mir. Viele haben sogar eine konkrete Idee, wie das Ergebnis dieser Veränderung aussehen soll.

Aber ganz ehrlich: Wenn wir uns eine Veränderung wünschen, haben wir dabei oft die anderen im Visier, oder?

Mein Chef soll mich endlich anerkennen.

Mein Mann soll mich besser verstehen.

Meine Frau soll mehr Verständnis für meine berufliche Belastung zeigen.

Wünsche nach Veränderung haben wir viele – Andere zu deren Erfüllung zwingen können wir leider meistens nicht.

Und das ist die erste Erkenntnis, der wir uns stellen müssen:

Veränderung fängt bei Dir, bei mir und bei jedem Einzelnen an, der eine Veränderung erreichen möchte. Delegieren funktioniert hier nicht.

Sicher gibt es ein paar Veränderungen, die von außen an uns herangetragen werden, und mit denen wir irgendwie klarkommen müssen: Umstrukturierungen in der Firma, schlechtes Wetter im Urlaub, der Diebstahl der Handtasche sind lästige Ereignisse, denen wir mehr oder weniger ausgeliefert sind.

Die meisten Veränderungen in unserem Leben können wir aber glücklicherweise beeinflussen und selbst gestalten. Voraussetzung dafür ist Eigeninitiative, und Eigeninitiative ist anstrengend.

Ist die Veränderung immer noch Dein Ziel, oder nimmt die Bequemlichkeit gerade wieder überhand?

Ist es vielleicht so, wie es ist, doch nicht so schlimm? Ist es nicht doch angenehmer, im gewohnten Frust zu bleiben als die Chance auf einen (möglicherweise unbequemen oder beängstigenden) Neuanfang zu ergreifen?

Schon bei dieser ersten Etappe der Veränderung biegen viele in Richtung gewohnte Komfortzone ab. Schade!

Jede Veränderung zieht Kreise 

Der berühmte Spruch von Albert Einstein besagt, dass der größte Wahnsinn ist, alles beim Alten zu lassen und zu erwarten, dass sich etwas verändert – und wie so oft liegt er damit richtig. Ohne Abweichen vom Gewohnten keine Veränderung.

Die nächste Erkenntnis ist, dass eine Veränderung nie isoliert wirkt, sondern in unserem Leben weite Kreise zieht. Sie wirkt auf unser gesamtes System. Wenn wir an einer kleinen Schraube drehen, werden sich automatisch auch andere Komponenten unseres Lebens verändern.

Und das kann zu Erschütterungen führen, zu Verlusten und Chaos, bevor sich dieses wieder lichtet und sich ein freier Neuanfang abzeichnet.

Diesen Prozess zu durchschreiten kann sehr schmerzhaft sein.

Bist Du bereit, das auszuhalten?

Veränderung hat ihren Preis

Für alles, was wir durch die Veränderung an Neuem gewinnen, zahlen wir einen Preis. Wir lassen Altes zurück.

Manchmal zeigt sich dieser Preis sofort:

Ein Klient trennt sich von seiner Frau, sie zieht aus und nimmt die Kinder mit. Der Mann hat nun zwar die lang ersehnte Freiheit, sieht seine Kinder aber nur noch alle zwei Wochen.

Manchmal kommt der Preis erst langsam ans Licht:

Eine Klientin hat endlich die ersehnten 20 Kilo abgenommen und fühlt sich jetzt wie ein Top-Model. Herrlich! Genau das, was sie schon so lange wollte! Dumm nur, dass sie jetzt auf das regelmäßige Kuchen- und Abendessen mit ihren Freundinnen verzichtet, denn das könnte ihren Vorsatz, rigoros auf Zucker und Weizen und Kohlehydrate nach 18 Uhr zu verzichten, wieder zunichtemachen. Langsam beginnt sich die Topmodel-Figur-Frau einsam fühlen, und der Verdacht kommt auf, dass das Aufgeben der Geselligkeit ein ziemlich hoher Preis für 20 Kilo weniger ist.

Was nun?

Welchen Preis bist Du bereit zu zahlen – und wie sehr willst Du die Veränderung wirklich?

Diese beiden Fragen können uns sehr lange beschäftigen, denn hier spielen fast alle Faktoren, die unser Leben prägen, eine Rolle. Unser soziales und familiäres System, unsere Werte, Glaubenssätze und Ideale, unsere Vorstellungen von Karriere, Erfüllung, Erfolg etc.

Wenn wir wirklich den Mut zur Veränderung (und ich rede hier jetzt nicht von dem Kauf eines Mohn- anstelle eines Sesambrötchens, sondern von einer wirklichen, lebensbeeinflussenden Veränderung) haben, werden wir eine Lawine von Konsequenzen lostreten, die wir zwar zum Teil im Voraus bedenken, aber nicht alle im Verlauf planen können.

Und diese Konsequenzen können schmerzhaft werden, weil wir Gewohntes aufgeben, weil wir etablierte Strukturen aufbrechen, wir uns selbst neu erfinden und unser altes Ich verabschieden. Weil wir vielleicht ertragen müssen, dass Andere unsere Veränderung verurteilen und sich gegen uns stellen.

Deshalb nochmal die Frage:

Wie sehr willst Du die Veränderung wirklich?

Echte Veränderung braucht Mut zur Ehrlichkeit

Manchmal brüllt uns der Wunsch nach Veränderung regelrecht an:

Wenn wir jeden Morgen mit Magenschmerzen und Herzrasen zur ungeliebten Arbeit gehen, deswegen nachts nicht schlafen können und uns ständig gereizt fühlen, können wir uns dem Handlungsbedarf wohl kaum entziehen (und NEIN: Burnout ist keine gute Lösung!).

Wenn wir auf dem Dorf leben und uns dabei ertappen, wie wir ständig sehnsüchtig an diverse Großstädte denken, uns wie in Ketten fühlen und den Eindruck haben, dass das Leben an uns ungenutzt vorbeizieht – dann sollten wir uns auf den Weg machen.

Dann ruft die Veränderung ganz laut!

Aber es gibt nicht nur die lauten Stimmen, die uns zurufen, dass sich endlich etwas verändern soll, es gibt auch die leisen Töne, das innere Flüstern, dass uns zuraunt, dass wir in manchen Bereichen unseres Lebens nicht wirklich zufrieden sind und uns nach Veränderung sehnen. Das Flüstern, dass wir gern für lange Zeit überhören und versuchen, mit vernünftigen Argumenten zum Schweigen zu bringen. Dieses abgeklärte „eigentlich ist alles ok, aber…“

Uns diesen Stimmen zu stellen, fordert von uns Mut und Ehrlichkeit.

„Eigentlich bin ich glücklich in meiner Partnerschaft, aber ich muss ständig an die faszinierende Frau denken, die ich zufällig kennen gelernt habe und bei der ich mich so lebendig fühle, wie schon lange nicht mehr.“

„Eigentlich bin ich zufrieden mit der Stelle im Betrieb meines Schwiegervaters, ist auch die vernünftigste Lösung. Wenn da bloß nicht die schlaflosen Nächte wären, in denen ich mich frage, warum ich damals nicht den Mut hatte, mich mit meiner eigenen Manufaktur selbständig zu machen.“

Diese leisen Stimmen meinen es gut, denn sie zeigen uns unsere innersten Wünsche und führen uns ganz nah an unsere Seele heran. Aber sie können auch sehr grausam sein, denn sie zeigen uns, dass wir Sehnsüchte und unerfüllte Bedürfnisse haben, obwohl es uns „eigentlich“ gut geht, bzw. gut zu gehen hat!

Sie sagen uns, dass wir etwas Wichtiges in unserem Leben vermissen. Dann kriegen wir oft ein schlechtes Gewissen, haben Angst, Andere, die es gut mit uns meinen, zu verletzen, ein an sich stabiles und laufendes System zu erschüttern und viel kaputt zu machen. Dann möchten wir uns manchmal einfach nur verkriechen und hoffen, dass diese „Phase“ irgendwie wieder vorübergeht.

Aber gerade diese latenten Sehnsüchte, diese leisen Stimmen in uns verdienen, gehört zu werden. Denn von selbst schweigen werden sie nicht.

Diese Stimmen sind wie ein brodelnder Vulkan, auf dem wir versuchen, verzweifelt zu tanzen, bevor er irgendwann unweigerlich ausbricht – wenn wir nicht den Mut aufbringen, ehrlich zuzuhören.

Was willst Du mir sagen?

Der Wunsch nach Veränderung entsteht nicht aus dem Nichts, er entsteht in uns und ist Zeichen der Sehnsucht, uns zu verwirklichen und uns treu zu bleiben. Uns freizumachen von Zwängen, Konventionen und Strukturen, die vielleicht einmal gepasst haben, denen wir uns aber, wenn wir ehrlich sind, entwachsen fühlen.

Unsere innere Sehnsucht stellt uns genau die Fragen, die wir brauchen, um uns individuell entfalten zu können. Wenn wir unseren persönlichen Weg finden und gehen möchten, müssen wir Ihnen zuzuhören. Bringen wir diesen Mut nicht auf, ist jeder Versuch einer authentischen Veränderung sinnlos.

Was erfüllt mich wirklich?

Woran hängt mein Herz?

Wie kann ich meinen Werten entsprechend leben?

Worauf will ich in Zukunft verzichten?

Diese Fragen sind der Antrieb, den wir benötigen, um uns auf den Weg zu machen.

Ehrlich in uns reinzuspüren und diese Botschaften liebevoll anzunehmen, ist die Voraussetzung für eine gelungene und authentische Veränderung.

Nur dann können wir die Antworten finden, die uns wirklich weiterbringen. Nur dann können wir klar sehen und unseren Veränderungsprozess erfolgreich gestalten.