Im Gespräch #8: Schmerzen lindern durch Hypnose mit Ute Riegel

Meine erste Folge nach Ausbruch der Coronakrise – und gleich mit so einem spannenden Thema! Meine wunderbare Kollegin Ute Riegel gibt uns Einblick, wie sie Ihre Klienten durch wirksames Schmerzcoaching und Hynpose bei chronischen Schmerzen und Migräne dabei unterstützt, die hilflose Opferrolle zu verlassen und den Schmerzen die Stirn zu bieten.

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Mehr zu Ute gibt es auf Ihrer Homepage.

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Foto: Walter Torres: www.pexels.com

Ruhe im Kopf!

In Zeiten, die seit Monaten durch Unsicherheit, diffuse Bedrohung, extreme Meinungen, absurde Theorien und jede Menge aufgeheizte Emotionen geprägt sind, möchten viele meiner Klienten eigentlich nur eins: Endlich mal Ruhe haben!

Ruhe vor den aktuell ständig steigenden Corona-Zahlen und den damit verbundenen Ängsten, eine Auszeit von der zur Schau gestellten Verantwortungslosigkeit zahlreicher demonstrierender Gruppen unter dem Deckmantel der Grundrechtswahrung oder auch einfach nur mal wieder eine U-Bahnfahrt, ohne die Rücksichtslosigkeit in Form einer unter dem Kinn baumelnden Maske ertragen zu müssen.
Diese Zeit verlangt uns allen viel ab. Zum einen müssen wir lernen, mit der andauernden Unsicherheit umzugehen, uns in Akzeptanz zu üben und daraus das Beste zu machen. Was das Beste ist, werden wir vermutlich anhand unserer individuellen Wertecharta entscheiden. Diese Charta sieht offensichtlich bei Vielen unterschiedlich aus. Werte wir Solidarität, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme sowie die Bereitschaft, sich zum Wohle Anderer zumutbar einzuschränken, scheinen leider bei vielen Menschen nicht ganz oben auf der Liste zu stehen. Dies zu sehen tut weh, besonders wenn wir uns selbst auf die Seite der Verantwortungsvollen stellen, und dafür von anderen als manipulierte Mitläufer betitelt werden und jeder konstruktive Dialog verweigert wird.
Vielleicht müssen wir ertragen, dass sich Menschen, die uns nahe waren, auf die andere Seite stellen und eventuell werden wir frühere Freunde durch diese Krise verlieren, weil wir spüren, dass sich hier ein unüberbrückbarer Graben aufgetan hat. Menschen, die wir glaubten zu kennen und mit denen wir uns auf einer Wellenlänge fühlten. Dies macht uns traurig, wütend, vielleicht fassungslos. Und vielleicht haben wir Momente, wo wir an dem, was gerade geschieht und an den beteiligten Akteuren verzweifeln möchten. Es stresst uns. Oft viel zu sehr, und ein Ende ist nicht wirklich in Sicht.

Wie bekommen wir sie – die Ruhe im Kopf und im Herzen? Wie können wir uns von den negativen Einflüssen abgrenzen und in uns stark bleiben?

Auf Abstand zu denen gehen, die uns widerstreben und näher zu denen rücken, mit denen wir uns gerade jetzt verbunden fühlen, ist Selbstfürsorge.
Uns zu erlauben, Distanz zu wahren, ohne ignorant zu werden, uns Auszeiten gönnen, um aufzutanken und den Mut nicht zu verlieren. Sei es durch räumlichen Abstand in der Natur oder durch Versenkung in unserem Inneren, um uns selbst besser kennenzulernen.
Uns nicht mit Denen von negativer Energie füllen zu lassen, die Unfrieden und Aggression sähen wollen. Gerade jetzt ist es wichtig, Klarheit über unsere Werte zu schaffen und uns stabil zu positionieren, um die innere Unruhe zu besänftigen. Uns selbst die Ruhe zu schaffen, die wir von außen nicht bekommen.

Ruhe im Kopf fängt mit einem ruhigen Herzen an und der Erlaubnis an uns selbst, dem Kopf auch mal eine Pause zu gönnen – egal, wie turbulent die Zeiten auch sein mögen. Uns eine gute Portion Optimismus zu erlauben, um der manchmal aufkommenden Verzweiflung die Stirn zu bieten.
Und für uns einen Ort zu finden, der uns genau die Ruhe und Sicherheit vermittelt, die wir brauchen. Wo wir einfach nur wir selbst sein dürfen, ohne zu bewerten und bewertet zu werden.
Der uns mit positiver Energie füllt, statt sie uns zu rauben.
Ein Ort der uns bleibt, vor, nach und während einer Krise.

Wie sieht dieser Ort für Sie aus?

Foto: Kirsten Schmiegelt

DER LANGE WEG ZUM GUTEN COACH

Eine spannende Reise zu sich selbst und mit Anderen

Als selbständiger Coach kann man sich seine Zeit stets frei einteilen und sich genau die Kunden auswählen, auf die man Lust hat. Man ist also ständig von spannenden, coolen und freundlichen Menschen umgeben, mit denen man nette Gespräche führen kann.
Dazu verlangt man hohe Stunden- und Tagessätze, arbeitet online von den schönsten Plätzen der Welt und bekommt regelmäßig begeistertes Kundenfeedback, was dann dazu führt, dass man das eigene Honorar ständig weiter steigern kann.
Und das Beste: Da viele ja glauben, per se schon ein guter Coach zu sein, da ihnen irgendwann mal gesagt wurde, sie könnten gut zuhören und gäben immer so gute Ratschläge, müsse man eigentlich gar nicht mehr viel lernen oder in die Ausbildung investieren.
Man legt einfach los – und ein traumhaft leichtes Leben als Coach in Wohlstand und Glückseligkeit erwartet uns!

So oder so ähnlich wollen es uns zumindest einige (angebliche) Coaches in Ihren Werbevideos suggerieren, in denen sie unwissende Interessenten dazu animieren möchten, ihre (natürlich hochpreisigen)  Kick-off-Trainings zu kaufen.

Die Wahrheit sieht wie meistens anders aus, in diesem Fall aber ist sie (meiner Meinung nach) sehr viel spannender als die hippe selfmade-man-Welt, die in diesen Videos dargestellt wird.
Der Weg zum guten Coach ist eine lange Reise, die häufig die ein oder andere Klippe, viele Umwege und auch die ein oder andere Sackgasse beinhaltet – aber auch jede Menge tolle Ausblicke, neue Perspektiven und wertvolle Begegnungen in Kombination mit einer Masse an neuen Erkenntnissen bietet. Sie führt uns zuerst zu uns selbst, zu unseren Bedürfnissen und Schmerzpunkten, zu unseren Ängsten, Träumen und Visionen. Sie stößt uns auf unsere eigenen negativen Denk – und Verhaltensmuster und zeigt uns Möglichkeiten, diese positiv zu verändern. Eine gute (und zeitintensive) Ausbildung zum Coach gibt uns die vielleicht einmalige Möglichkeit, uns selbst aufzuräumen, langjährige Blockaden zu lösen und mit uns selbst mehr ins Reine zu kommen. Nur wenn wir diese Reise für und mit uns selbst unternehmen und sie mutig, diszipliniert und zuversichtlich Schritt für Schritt gehen, werden wir in uns die Basis schaffen, unseren Klienten auf der wertneutralen, respektvollen Ebene zu begegnen, die diese brauchen, um einen vertrauensvollen Rapport zu uns aufzubauen und mit unserer Unterstützung genau die Lösung zu entwickeln, die zu ihnen und ihrem Anliegen passt.

Ein guter Coach zu sein, heißt nicht, gute Ratschläge zu geben, also Lösungen anzubieten. Coaching bedeutet, den Klienten durch zielorientierte, wertungsfreie Impulse beim Finden seiner eigenen Lösung und Strategie zu unterstützen. Und dies stellt den Coach häufig vor eine große Herausforderung: Er muss lernen, seine eigenen Bewertungen und Meinungen vollkommen aus dem Prozess rauszulassen, um den Klienten auf der wertneutralen Akzeptanz-Ebene zu begegnen, die diese von ihm erwarten dürfen. Als Coach sind wir eben KEINE Berater, sondern zielfokussierte Begleiter. Und das Ziel entwickelt der Klient selbst – egal, ob uns das als Coach passt oder nicht und wir mit seiner Lösung einverstanden sind. Das müssen wir als Coach aushalten.
Es braucht Zeit und liebevolle Geduld, damit wir dieses Selbstbild als Coach entwickeln und die Basis für eine professionelle, klientenorientierte Prozessbegleitung schaffen können.

Darüber hinaus bedeutet der Weg zum guten und erfolgreichen Coach (wie auch immer jeder Einzelne Erfolg für sich definieren mag) vor allem eins: Harte Arbeit und die Disziplin, am Ball zu bleiben, auch wenn es mal nicht steil bergauf geht. Eine vielseitige, professionelle Ausbildung , die Zeit nach Feierabend und an den Wochenenden beansprucht. Die Selbstdisziplin, sich an den Rechner oder die Bücher zu setzen, während Andere draußen grillen, netflixen oder vielleicht einfach noch schlafen – all dies erfordert Disziplin und eine individuelle kraftvolle Vision, wohin uns diese Reise konkret führen soll. Haben wir als „Anfänger“ diese Vision nicht, werden wir vermutlich ins Leere laufen. Die Entwicklung einer zugkräftigen Vision, die uns den Weg zum guten Coach mutig Schritt für Schritt gehen lässt, verlangt Struktur, Zeit und ein tiefes in sich hineinspüren, um authentisch ihre Kraft entfalten zu können.

Ist diese fachliche und mentale Basis gelegt, rennen uns die Klienten in der Regel nicht von selbst die Tür ein. Es reicht auch nicht, die eigene Homepage endlich online gestellt zu haben (auch wenn das natürlich ein ganz wichtiger Schritt ist!). Der Aufbau der erfolgreichen Selbständigkeit als Coach ist ein konstantes mutiges ausprobieren, akquirieren, sich bewähren, weiterentwickeln, sich selbst reflektieren und hinterfragen und permanent mit anderen Kollegen ins Gespräch gehen, um dazu zu lernen und Erfahrungen zu teilen.
Ein guter Coach zu werden und davon leben zu können, kostet viel Kraft – nicht nur einmalig, sondern dauerhaft. Manchmal kann es schmerzhaft werden, oft ist es anstrengend, meistens ist es wunderbar.

Persönlich bin ich zutiefst dankbar, diesen Weg gehen zu dürfen, täglich dazuzulernen und mich ständig weiter zu entwickeln. Ich empfinde es als ein unglaublich wertvolles Geschenk, für einen bestimmten Zeitraum den Weg mit meinen Klienten gehen zu können, das Privileg zu haben, an ihrer Welt, ihren Gedanken und Gefühlen teilzuhaben und sie empathisch und lösungsorientiert zu unterstützen. Durch den intensiven Austausch mit Klienten und Kollegen durfte ich meinen Blick weit über den Tellerrand hinaus öffnen und Perspektiven und Alternativen kennenlernen, die mir sonst verborgen geblieben wären sowie eigene Baustellen aufräumen. Dafür nehme ich jeden Aufwand gern in Kauf – aber das entscheidet natürlich jeder Coach-Anwärter für sich selbst.

Ich unterstütze Sie, diese spannende Reise zum guten Coach erfolgreich, in Ihrem eigenen Tempo zu gehen. In einem strukturierten Prozess entwickeln wir gemeinsam die Schritte, die sich für Sie stimmig anfühlen, um dauerhaft am Ball zu bleiben, kraftvoll ihre eigene Vision von einem guten Coach zu entwickeln und in die Tat umzusetzen.

Mehr Informationen zu meinem Angebot gibt es hier!

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Im Gespräch #7: Was tun, wenn Konflikte keine Lösung finden?

Nicht nur in Krisenzeiten kochen Emotionen in Konfliktsituationen häufig hoch und verhindern konstruktive Lösungen. Was können wir tun, wenn wir in einem Konflikt feststecken? Aufgeben, Verzweifeln, Kämpfen um jeden Preis?
Gemeinsam mit Volker Kleinert zeige ich Möglichkeiten auf, wie wir in zehrenden Konfliktsituationen für uns sorgen und eine Auszeit vom Konflikt nehmen können, ohne die Chance auf eine spätere Lösung zu verpassen.
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Mehr zu Volker gibt es hier: http://gesundheits-investment.de/

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Im Gespräch #6: Die schönen Dinge im Alltag finden!

Es ist Zeit für die schönen kleinen Momente in unserem Alltag! In dieser inspirierenden Podcast-Folge nehmen meine strahlende Kollegin Petra Reifschneider vom Podcast Geliebt – Geborgen – Glücklich und ich die Frage unter die Lupe, wie wir uns im Alltag mehr auf die vielen schönen Momente konzentrieren können, statt uns von Kleinigkeiten die Laune verderben zu lassen.
Hier geht es zum Gespräch!
Mehr Inspiration findet Ihr auf meinem Blog.
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Im Gespräch #5: Den Krebs als Chance nutzen!

Dies ist vermutlich die emotionalste Podcast-Folge, die ich jemals machen werde. Meine liebste Freundin Carmen teilt mit uns die Geschichte ihrer Krebsdiagnose und wie es ihr gelungen ist, damit kraftvoll und optimstisch umzugehen.
Unser Gespräch findet Ihr hier!
Wir haben dieses Gespräch Ende Februar geführt, seitdem ist viel passiert. Deshalb hat Carmen noch einen Nachtrag beigefügt:

„Vor über einem Monat haben wir den Podcast, wie ich mit meinem Brustkrebs umgegangen bin, aufgenommen, und seitdem ist unglaublich viel passiert.
Der Corona-Virus, der zum Zeitpunkt der Aufnahme noch weit weg in China war, ist nun hier, und ich habe das Bedürfnis, unser Gespräch auch um diesen Aspekt zu ergänzen.
Beim nochmaligen Anhören unseres Gesprächs ist mir aufgefallen, dass ich einen für mich zentralen Begriff nicht konkret genannt hatte. Ich hoffe aber, er ist immer mal wieder durchgeschienen, und zwar ist es der Begriff der Akzeptanz. Ich habe die Tatsache, dass ich Brustkrebs habe, sehr schnell akzeptiert – und konnte aus dieser Position heraus selbstbestimmt in die Handlung gehen und Entscheidungen fällen. Dadurch habe ich mich nie als Opfer gefühlt, sondern immer als handelndes Subjekt.
Die letzten Wochen hatte ich manchmal das Gefühl, dass die Welt unfreiwillig in eine ähnliche Situation gerutscht ist, in der ich mich vor vier Monaten befunden habe: Wir haben mit einer Krankheit zu kämpfen, die wir nicht genau einschätzen können und die wir nur bedingt kontrollieren können. Die Zukunft ist komplett ungewiss, und die Nachrichten und Informationen verändern sich rasant. Keiner weiß, was morgen oder in einer Woche ist. In vielerlei Hinsicht wurde die Stopptaste gedrückt.
Ich beobachte, dass viele Diskussionen sich darum ranken, wann wir endlich wieder zurück zur Normalität kommen. Wir wollen nicht loslassen und wünschen uns unser altes Leben zurück. Dabei haben wir jetzt auch die Chance, innezuhalten, als Individuen und als Gesellschaft, und zu schauen: Was brauchen wir wirklich? Was hat uns gut getan in unserem alten Leben und welche sind die Dinge und Personen, bei denen wir vielleicht auch ganz froh sind, dass wir Corona-bedingt etwas Abstand gewinnen? Bei welchen Prozessen finden wir es insgeheim gar nicht so schlimm, dass sie verlangsamt werden oder gar eine Zwangspause einlegen?
Während Wissenschaftler, Ärzte und Politiker um die Eindämmung der Pandemie kämpfen, bleibt uns zuhause nichts anderes übrig, als das Hier und Jetzt zu akzeptieren. Die Situation ist da, und wir können das Außen nur sehr bedingt kontrollieren. Worüber wir aber sehr wohl volle Kontrolle haben, ist unsere Einstellung zu unserer ganz persönlichen Situation und was wir daraus machen.
Mir hat Akzeptanz geholfen, mit dem Krebs umzugehen, und mir hilft sie auch jetzt. Und ich hoffe, dass sie jetzt und in Zukunft auch vielen anderen Menschen hilft.“

Danke Carmen für Deine Offenheit und dass Du meine Freundin bist!

Im Gespräch #4: FAIR-Handeln in der Krise

Gute und fokussierte Kommunikation ist immer sinnvoll, aber gerade in Krisenzeiten, wo die Emotionen oft hochkochen, ist es besonders wichtig, Wertschätzung und Zielorientierung zu behalten. Wie das gelingen kann und wie man FAIR-handelt, diskutieren mein Kollege Volker Kleinert und ich in meiner neuen Podcastfolge!

Weitere Folgen und Blogbeiträge gibt es hier.
Alle Infos zu Volker findet Ihr auf seiner Homepage.

Podcast: 3 Impulse zur Corona-Krise

Viele Klienten haben mich gefragt, wie ich als Coach durch diese schwierige Zeit gehe, ob ich bestimmte Tools oder Tipps habe. Besonders in einer großen Stadt wie Frankfurt kann es in Zeiten dieser noch die dagewesenen Krise anstrengend sein. In dieser Podcast-Folge gebe ich Euch 3 Impulse mit auf den Weg, die mir persönlich helfen.
Zum Podcast geht es hier!

PERSPEKTIVWECHSEL: UND DIE WELT WIRD GRÖßER

DER UMGEDREHTE ZEIGEFINGER

Inka ist stocksauer. Vor Wut rauchend sitzt sie Samstag in Frankfurt im Café mit Ihrer besten Freundin Hannah und lässt erstmal Dampf ab.
Ihr Freund Martin ist für das Wochenende mit seinen Freunden in die Berge gefahren, obwohl Inka das nicht wollte. Sie schreibt am Montag eine wichtige Klausur und hätte sich in den Tagen davor noch etwas mentale Unterstützung und ein paar Streicheleinheiten von Martin gewünscht, aber der unsensible Klotz haut einfach ab.
Dabei hätte er doch wissen müssen, was Inka eigentlich wollte, oder? Klar, er hat vor ein paar Wochen gefragt, ob sie etwas dagegen hätte, und sie sagte: „Quatsch fahr Du nur.“ Aber eigentlich hätte Sie gern gesagt: „Ich fände es schön, wenn Du genau an diesem Wochenende bei mir bleibst.“ Das hat sie sich aber nicht getraut, sie wollte ja nicht als Spaßbremse dastehen.
Aber trotzdem: Wenn Martin sie wirklich lieben würde, dann wäre es nicht nötig gewesen, dass sie das sagt, oder? Dann hätte er das doch sowieso wissen müssen!
Jetzt ist Inka so sauer und verletzt, dass an fokussiertes Lernen kaum noch zu denken ist, sie wird die Klausur also wahrscheinlich auch noch verhauen – und an allem ist Martin schuld. Na toll! Da fragt man sich doch echt, ob es nicht besser wäre, Single zu bleiben, dann muss man so einen Mist nicht mitmachen, oder?
Hannah weiß erstmal nicht, was sie sagen soll, nachdem Inka 10 Minuten non-stop gewütet hat. Schließlich wirft sie zaghaft ein: „Aber wenn Du Martin gesagt hast, dass es ok ist, kannst Du ihm eigentlich keinen Vorwurf machen, oder?“
Das bringt Inka nun völlig auf die Palme: „Willst Du mich verarschen? Bist Du etwa auf seiner Seite?“
Damit ist die Idee eines gemütlichen Milchkaffee-Vormittags gescheitert.

Das Ende vom Lied ist, dass zwischen den beiden nun auch noch ein handfester Streit entflammt, so dass Hannah schließlich aufsteht und zum Abschluss Inka an den Kopf wirft: „Du siehst immer nur Dich, immer sind die Anderen schuld! Bloß, weil Du zu feige bist zu sagen, was Du wirklich willst!“
Das hat gesessen.

WO LIEGT DAS PROBLEM?

Inka schimpft, Inka ist sauer – und das darf sie sein. Sie spürt aber auch, dass Hannah den Nagel auf den Kopf getroffen hat. Ja, sie hätte sagen sollen, was sie wirklich wollte. Aber dazu fehlte ihr irgendwie der Mut. Deshalb sitzt sie jetzt hier allein und ist wütend auf die beiden Menschen, die ihr nahe stehen. Vielleicht auch ein bisschen auf sich selbst, aber das kann warten.
Trotzdem: Martin hätte das von selbst wissen sollen!

Aber wie hätte er das tun sollen, wenn Inka ihm explizit die Erlaubnis gibt, am Wochenende wegzufahren?

Aber für diese Frage ist Inka noch nicht bereit. Denn dann müsste sie ihr eigenes Verhalten überprüfen und vielleicht einlenken, und darauf hat sie keine Lust.
Also wird der Streit mit Martin vermutlich weitergehen, sobald er zurück ist, und mit Hannah ist erstmal Funkstille.
So wie Inka ist es uns sicher allen schon mal gegangen. Wir regen uns über eine Person oder Situation auf, sind vollkommen in unserer eigenen Wahrnehmung gefangen und wollen keine kritische Stimme gelten lassen. Denn das hieße, dass wir unser Verhalten ebenfalls in Frage stellen müssten, und ehrlich gesagt, sitzt es sich doch auf unserem hohen Ross ganz gut, oder?
Wir bleiben nur bei unserer Ansicht und blenden andere Meinungen und Perspektiven aus. Sollen sich doch die Anderen bewegen und einsehen, dass wir Recht haben!
Das hilft uns aber nicht weiter, um das Problem zu lösen und die Situation zu entspannen. Und genau hier setzt mein Coaching zur positiven Persönlichkeitsenwicklung an:

PERSPEKTIVENWECHSEL ERFORDERT MUT

Unsere eigene Sichtweise zu reflektieren und zu hinterfragen erfordert Mut, denn wir gehen das Risiko ein zu sehen, dass wir vielleicht doch nicht das Maß aller Dinge sind. Ein Perspektivenwechsel erfordert Empathie, die Fähigkeit sich in den anderen Part hinein zu versetzen, durch seine Augen zu sehen und unser Verhalten aus seiner Sicht wirken zu lassen.
Wir müssen den Zeigefinger, den wir gerade noch genüsslich auf den Anderen gerichtet haben, umdrehen.
Und wenn wir dann auf uns selbst deuten, kommen wir automatisch zu der Frage:
Was hat das mit mir zu tun? Was ist mein Anteil an dieser Situation?

Inka trägt für diese Eskalation Verantwortung. Vielleicht hätte Martin nochmal fragen können, vielleicht hätte Hannah sich etwas feinfühliger ausdrücken können, aber wenn Inka den Mut gehabt hätte, Martin die Wahrheit zu sagen, oder auf Hannahs Einwurf einzugehen, wäre alles ganz anders gelaufen. Vermutlich besser.
Aber das will sie noch nicht zulassen. Wenn sie ihren Anteil an der Situation erkennt, gerät sie vielleicht in die Defensive, und wer will das schon? Da beharrt sie lieber auf ihrem Standpunkt, redet sich ein, dass sie völlig im Recht ist. Martin ist ein Eisblock, Hannah eine dumme Kuh. Und das flaue Gefühl in der Magengegend wird einfach ignoriert.

So weit, so schlecht.

PERSPEKTIVENWECHSEL MACHT UNS GROß

Unseren Anteil an einer negativen Situation anzuerkennen ist oft nicht angenehm. Wir haben das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, haben vielleicht einen anderen Menschen verletzt oder eine unbefriedigende Leistung erbracht. Dafür Verantwortung zu übernehmen und die Positionen Anderer anzunehmen erfordert Größe.
Wir hinterfragen dann uns selbst, unsere Bewertungen und unseren Standpunkt, auf den wir uns bis jetzt gestützt haben. Diese Stütze kann nun wegbrechen, und was dann? Werden wir dann zum Opfer?

NEIN!

In dem Moment, wo wir uns unserer Verantwortung an einer Situation stellen, haben wir wieder die Möglichkeit, die Situation aktiv zu gestalten – und das macht uns viel größer als wir es in unserer Ankläger-Position waren. Das heißt nicht, dass wir die Position des Anderen bedingungslos annehmen müssen, aber wir haben den Sachverhalt nun von verschiedenen Perspektiven gesehen und reflektiert und können darauf aufbauen. Zu diesem Punkt zu gelangen, gelingt manchmal leicht. Bisweilen fällt es uns aber sehr schwer. Zu tief sind vielleicht zunächst erlittene Verletzungen, Enttäuschungen oder Diskrepanzen in unserem Wertesystem.
Sich der eigenen Verantwortung zu stellen, ist ein Prozess. Er kann anstrengend sein, aber er lohnt sich immer.

Inka hat nach einer großen Joggingrunde Hannah eine versöhnliche SMS geschrieben. Mit Martin dauerte die Versöhnung etwas länger, die dafür nötigen ehrlichen Gespräche haben die Beziehung stabilisiert letztlich neue Wege für ein gelungenes Miteinander geöffnet.

Wenn Sie ein Coachig zur Unterstützung bei Ihrem persönlichen Perspektivenwechsel benötigen: Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme!